Die Story: "Wir haben beschlossen, uns ab jetzt für Jungs zu interessieren!" - Mit denen will Selma im Gegensatz zu ihren beiden Freundinnen allerdings nichts zu tun haben, sondern ihr Leben lieber der Wissenschaft widmen. Schließlich ist ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben - für sie ganz klar eine Konsequenz der Liebe. Und liegt Tante Nora mit ihrem Freund Rikard nicht im Dauer-Clinch? Umso verwirrter registriert die Zwölfjährige, dass sie von einem Studenten, der im Dorf ein Bauernhof-Praktikum macht, magisch angezogen wird. Und dann ist da noch Andy, der sich auch gern mit wissenschaftlichen Themen beschäftigt. Zumindest behauptet er das Selma gegenüber ...
Die Schauspieler: Einfach grandios, wie glaubwürdig Julia Krohn Selmas widerstreitende Gefühle zum Ausdruck bringt. Dabei stehen ihre aus dem Off kommenden, von Skepsis geprägten Betrachtungen über Jungs, die Liebe und die Fortpflanzung in schönem Gegensatz zu ihrer offenkundigen Neugier auf das andere Geschlecht. Selma ist stark, aber auch verletzbar und gibt für Mädchen eine wunderbare Identifikationsfigur ab. Zum Gernhaben ist auch Bernhard Naglestad als Andy, der sich trotz manchen Rückschlags immer wieder um die widerspenstige Möchtegern-Forscherin bemüht.
Die Regisseurin: In ihrem mit vielen Festivalpreisen ausgezeichneten Regie-Zweitling zeigt die vor allem als Schriftstellerin tätige Torun Lian ein feines Gespür für die Gedanken- und Gefühlswelt von Mädchen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen. Sie nimmt die Nöte ihrer jungen Protagonistin ernst, schildert deren Geschichte aber durchaus mit Humor, und das vor der stimmungsvollen sommerlichen Kulisse des ländlichen Norwegens. Wenn Selma dann am Ende zu der Erkenntnis kommt, die Liebe sei von allen Naturkatastrophen die größte, aber auch die beste, wird ihr sicher niemand widersprechen.
Fazit: Bezaubernder Film übers erste Verliebtsein und die damit verbundenen Wirrungen.