Die Story: Dante und Randal, die beiden Antihelden der Arbeit aus "Clerks - Die Ladenhüter", würden wohl auch noch 13 Jahre später in ihrem angeranzten Tante-Emma-Laden jobben und Kunden beleidigen, wenn dieser Laden nicht inzwischen abgebrannt wäre. So bedienen sie stattdessen ebenso gelangweilt und unfreundlich in einem Fast-Food-Fresstempel - und draußen vor der Tür gammeln wie damals die durchgeknallten Drogendealer Jay und Silent Bob herum. Die vier lustlosen Loser sind noch immer kein bisschen erwachsen geworden, kultivieren nach wie vor die Kunst des Müßiggangs und labern über Sex, Drogen und Video. Nun will Dante allerdings seiner dominanten Verlobten nach Florida folgen. Doch er hat die Rechnung ohne Randal gemacht - und ohne seine smarte Chefin Becky ...
Die Schauspieler: Brian O'Halloran (Dante), Jeff Anderson (Randal), Jason Mewes (Jay) sowie Regisseur Kevin Smith (Silent Bob) - die vier Hauptdarsteller aus "Clerks" sind auch diesmal wieder mit von der Partie. Stars wie Ben Affleck oder Jason Lee amüsieren wie schon im ersten Film mit witzigen Kurzauftritten. Neu im Team: die großartige Rosario Dawson ("25 Stunden", "Sin City"). Ihr hat Kevin Smith eine wunderbare Frauenrolle auf den attraktiven Leib geschrieben: Burger-Buden-Boss Becky ist intelligent, witzig und souverän, hat Rhythmus im Blut und lässt auch sonst keine Wünsche offen. Die Vorstellung, dass sich eine solche Klassefrau in einen infantilen Schluffi wie Dante verlieben könnte, darf man indes getrost ins Reich der Männerfantasien verweisen.
Der Autor und Regisseur: Vor 13 Jahren drehte Kevin Smith einen Kultfilm der Slacker-Generation: sein schmuddeliges, respektloses Regiedebüt "Clerks - Die Ladenhüter". Mit Filmen wie "Chasing Amy", "Dogma" oder "Jay und Silent Bob schlagen zurück" avancierte Smith mittlerweile zur Independent-Ikone. Nach seinem weitgehend missglückten Mainstream-Ausflug "Jersey Girl" kehrt er nun zu den rauen Anfängen zurück - und präsentiert mit "Clerks 2" eine würdige Fortsetzung seines Erstlings, die man auch problemlos versteht, wenn man das Original nicht kennt. Zwar holpert die Dramaturgie dieser sentimentalen Farce, aber die war ohnehin noch nie Smiths Stärke: Er ist und bleibt Spezialist für schräge Typen und schamlose Dialoge. Mit unzähligen versauten Sprüchen und einer bizarren Sodomie-Szene bedient die politisch völlig unkorrekte Komödie vor allem Freunde des derben Humors, bietet aber unter anderem auch eine herrlich abgedrehte Tanzszene zu "ABC" von den Jackson Five - und eine hinreißende pantomimische Kurzversion der "Herr der Ringe"-Trilogie.
Fazit: Schräg, albern, schweinisch, geschmacklos - kurz: garantiert nicht politisch korrekt. Und ziemlich sentimental. Alles klar?