Wo unter großem Stress gearbeitet wird, passieren Fehler - leider auch in Krankenhäusern. Einer der Gründe: Ärzte und Pfleger müssen innerhalb der Arbeitszeit immer mehr erledigen. "Die kürzere Verweildauer der Patienten im Krankenhaus bringt immer intensivere Arbeit", sagt Wolfgang Rose, Hamburg-Chef der Gewerkschaft ver.di.
Auch das Personal im katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, in dem Franjo (4) nach einem Routine-Eingriff ins Koma fiel, ist betroffen. Waren früher die Patienten hamburgweit durchschnittlich noch zwölf Tage im Krankenhaus, sind es jetzt nur noch acht. "Für uns bedeutet das: Fast nur noch arbeitsintensive OP-Nachsorge", sagt eine Schwester des Wilhelmstifts. Durch die kürzere Verweildauer habe außerdem die Bürokratie zugenommen. "Auch wenn jemand noch am Operationstag wieder entlassen wird, der Papierkram bleibt der gleiche", sagt sie.
Zehn Tage am Stück arbeiten, kaum Pausen, manchmal sogar Doppelschichten - Alltag in Hamburgs Kliniken. "Die Arbeitsbedingungen haben sich für alle verschlechtert", sagt Angelika Detsch, Leiterin des ver.di-Fachbereichs Gesundheit. Seit Jahren werde in den Kliniken Personal abgebaut. "Die Verbliebenen müssen immer mehr machen", sagt sie.
Allein in den sieben LBK-Kliniken sei die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren von 16000 auf unter 12000 gesunken. Die düstere Prognose von Gewerkschafterin Detsch: "Viele Menschen akzeptieren immer schlechtere Arbeitsbedingungen, weil sie Angst haben, sie sind sonst ihren Job los."