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KNEIPENSTERBEN!

Jeder zehnte Hamburger Pinte hat dichtgemacht

Seit 40 Jahren wird in der Haifisch-Bar (Große Elbstraße) Bier gezapft. Doch zuletzt immer weniger. Wirt René Schlufter kämpft um seine Existenz. "Wir machen 40 Prozent weniger Umsatz! Das geht an die Substanz, der Betrieb ist gefährdet." Schlufter ist nicht allein: In Hamburg grassiert das Kneipensterben!



Zwischen dem ersten Quartal 2007 und dem ersten Quartal 2008 hat jede zehnte Kneipe dicht gemacht. Das belegen Zahlen der Finanzbehörde. Sie erfasst, wie viele Betriebe Umsatzsteuern anmelden. Waren es im vergangenen Jahr noch 928 "reine Schankbetriebe", sind es ein Jahr später 832. Also 96 oder 10,3 Prozent weniger.



Für den Gaststättenverband Dehoga ist klar: "Das zeigt, dass die klassischen Kneipen als Folge des Rauchverbots dicht machen müssen", so Geschäftsführer Gregor Maihöfer. Denn seit Januar ist Rauchen in Einraumkneipen verboten. Und im März ging die Kneipenzahl besonders rapide zurück. "Die Zahlen bestätigen den erwarteten Trend."



In der Tat: Während die kleinen Gaststätten, die keine Raucherräume einrichten können, immer weniger werden, bleiben die Zahlen bei Restaurants stabil (siehe Tabelle). Auch kein Grund ist die Umwandlung vieler Lokale in Rauch-Vereine. "Das ändert für die Steueranmeldung nichts", so Petra Knecht, die zwei Kneipen auf St. Pauli betreibt. Nach hohen Verlusten zu Beginn des Jahres hat sie sich einem Verein angeschlossen. "Die Gäste sind prompt wiedergekommen."



Peter Engels, Wirt des "Goldbeker" (Schinkelstraße) und Initiator einer Verfassungsbeschwerde, sieht auch andere Gründe. Da alles mehr koste, hätten viele Kunden kein Geld übrig. "Ich musste parallel das Bier teurer machen. Und da kam dann das Rauchverbot drauf." Seine Prognose: Bleibt das Gesetz, wird die Situation "noch richtig dramatisch."

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Datum:  14.6.2008
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