Wie im Wahlkampf geht Investor Klausmartin Kretschmer (51) derzeit Klinken putzen. Nachdem er sich in der Innenbehörde mit dem Wunsch, die Rote Flora räumen zu lassen, eine blutige Nase geholt hatte, sprach er nun bei Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose (parteilos) in Altona vor.
Kretschmers Argumentation diesmal: Die Rotfloristen betreiben gar kein Stadtteilzentrum, und das widerspreche seinen Nutzungsverträgen mit der Stadt. Wenn sich das nicht ändert, will er sich gemeinsam mit Warmke-Rose andere Nutzer suchen. Ob der Hebel wirkt, ist strittig. Denn in der Flora gibt es viele Angebote wie Probenräume, Selbsthilfe, ein Stadtteil-Archiv und Veranstaltungen.
Überraschend betonte Kretschmer gegenüber dem "Abendblatt", die Rote Flora nicht verkaufen zu wollen. Dabei hatte er zuvor in einem Interview in der "Szene" betont, dass er drei Kaufinteressenten habe, die bereit seien, bis zu 19,3 Millionen Euro hinzublättern. Erstaunlich, denn die Flora darf laut Vertrag nicht umgebaut werden, muss gemeinnütziges Kulturzentrum bleiben - und ist besetzt. Fakten, die den Preis drücken.
Viel zu verdienen gibt es für Kretschmer an der Roten Flora nicht, dafür sorgen die Verträge. Er kann sie zwar 2011 verkaufen - aber von dem, was über den Kaufpreis von damals 370000 Mark hinausgeht, muss er einen Großteil an die Stadt abführen.