Die Story: Zusammen mit anderen hoffnungsvollen Klassik-Talenten bereitet sich die 15-jährige Klavier spielende "Mozartpreis"-Trägerin Julia in den Räumlichkeiten der Elite-Musikschule "Amadeus" auf die Aufnahmeprüfung vor. Zufällig wird sie außerhalb der Internatsmauern Zeuge einer Probe der Nachwuchs-Combo "Rock It". Deren Sound, und vor allem deren Frontboy Nick, haben es ihr sofort angetan. Praktischerweise muss bei "Rock It" der Platz an den Keyboards gerade neu besetzt werden. Julia beschließt, vorzuspielen - aber inkognito und von ihrer Zimmergenossin umgestylt. Denn Nick, der in der Schule als Elektriker jobbt, hält die "Amadeus"-Mädels für eingebildete Schnepfen. Als sie tatsächlich gecastet wird und auch noch mit Nick zusammenkommt, schwebt Julia trotz ihres etwas anstrengenden Doppellebens auf Wolke sieben. Bis ihre Tarnung auffliegt ...
Die Schauspieler: Emilia Schüle ("Gangs") zeigt sich von ihrer Quasi-Doppelrolle, in der sie auch noch viel singen und tanzen muss, darstellerisch leicht überfordert. Gleichwohl gibt sie als etwas tollpatschige Julia, deren musikalische Interessen sich entgegen den elterlichen Wünschen von der Klassik in Richtung Pop verschieben, sicher nicht die schlechteste Identifikationsfigur für junge Mädchen ab. Und ihr Filmpartner, Kinodebütant Daniel Axt, sieht fesch genug aus, um die Herzen des Zielpublikums höher schlagen zu lassen.
Der Regisseur: Mike Marzuk ("Sommer") und die Produzenten, die hinter ihm stehen, versuchen schlicht, sich an den Erfolg einschlägiger Hollywood-Produktionen wie die "High School Musical"-Serie und "Hannah Montana" dranzuhängen. Die immer wieder zu Musik- und Tanzeinlagen Anlass gebende Story mit ihrer "Tu, was du für richtig hältst"-Botschaft wurde einfach aus Versatzstücken diverser Teenie-Filme zusammengeklaubt. Auch sämtliche Figuren wirken sehr vertraut - von den Druck machenden Eltern über die bornierte Schuldirektorin bis zur intriganten blonden Zicke. Zudem ist der Titel glatter Etikettenschwindel. Statt kraftvollen Rocks gibt's vorwiegend Schmusepop zu hören. In diesem Zusammenhang mutet auch der Versuch geradezu rührend an, in einigen Szenen Ghetto-Atmosphäre zu simulieren, um Nick und seiner um einen Plattenvertrag kämpfenden Band Street-Credibility zu verleihen. Drehort war übrigens das beschauliche Passau.