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Precious

Precious

Die Story basiert auf Sapphires Roman "Push", für dessen Adaption Geoffrey Fletcher mit einem Oscar belohnt wurde: "Precious" - kostbar - ist Claireece Jones' Spitzname. Doch geschätzt wird sie allenfalls von ihrem Vater. Und das auch nur als Sexobjekt. Ein Kind, es ist behindert, hat sie bereits von ihm, ein zweites ist unterwegs. Von ihrer Mutter Mary, mit der sie zusammenwohnt, hat die 16-Jährige keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil: Mary betrachtet ihre Tochter nurmehr als Sozialhilfebeschafferin. Ansonsten demütigt, schikaniert und misshandelt sie sie nach Strich und Faden. Aber so leicht lässt sich die extrem schwergewichtige Precious nicht unterkriegen. Als sie auf eine Schule kommt, in der sie akzeptiert und gefördert wird, beginnen sich für sie allmählich neue Perspektiven zu eröffnen.



Die Schauspieler: Gabourey Sidibe behält man nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Statur lange in Erinnerung. Die Newcomerin verleiht der von ihrem Albtraumleben schwer gezeichneten Precious enorm viel Würde. Geradezu furchterregend ist der oscarprämierte Auftritt Mo'Niques als im eigenen Elend gefangene Monster-Mutter. Daneben glänzen Paula Patton als charismatische Lehrerin sowie die beiden Popstars Mariah Carey (als beflissene Sozialarbeiterin) und Lenny Kravitz (als einfühlsamer Krankenpfleger), die ihre Rollen völlig uneitel ausfüllen.



Der Regisseur: Lee Daniels breitet zunächst die ganze Misere des Lebens seiner Protagonistin aus und geht dabei bis an die Grenzen des für den Zuschauer Erträglichen. Man mag kaum glauben, dass es außer in ihren schrillen (und entsprechend visualisierten) Tagträumen für Precious aus dieser Hölle ein Entkommen gibt. Umso mehr Respekt entwickelt man für die Titelheldin, die mit etwas Hilfe von außen, letztlich jedoch aus eigener Kraft, ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Dabei endet der im Harlem Ende der 80er Jahre spielende Film, der den Wert von Bildung betont, keineswegs in hollywoodeskem Kitsch, wohl aber mit einer hoffnungsvollen Note.



Fazit: Schonungsloses, gleichwohl von Optimismus geprägtes Sozialdrama. Großartig gespielt.



USA, 109 Min., ab 12 J., Abton, Zeise, UCI Mundsburg

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Datum:  25.3.2010
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