Die Story: Die Holländerin Anne lässt ihr bisheriges Leben hinter sich und sucht bewusst die Einsamkeit. Gewappnet mit Zelt, Schlaf- und Rucksack und den Kontakt mit anderen Menschen möglichst meidend, streift sie in Irland ziellos durch die Gegend. Bis sie in Connemara auf ein abgelegenes Haus stößt, in dem der Einsiedler Martin wohnt. Der in die Jahre gekommene Intellektuelle bietet der jungen Streunerin an, sie könne bei ihm essen, wenn sie ihm dafür im Garten hilft. Schließlich willigt Anne ein, aber nur unter einer Bedingung: keine persönlichen Fragen. Lässt sich das auf Dauer durchhalten?
Die Schauspieler: Die kürzlich zu einem der "European Shooting Stars 2010" gekürte Lotte Verbeek verleiht ihrer Anne äußerst herbe Züge. Im Übrigen ist ihre Körpersprache ebenso beredt wie die des Schauspiel-Veteranen Stephen Rea, der in der Rolle des Martin gelegentlich etwas Ironie aufblitzen lässt.
Die Regisseurin und Autorin: Allzu viel erfährt man nicht über die beiden Protagonisten im Kinodebüt der Polin Urszula Antoniak. Zudem wird recht wenig gesprochen. So kann man sich ganz auf die beiden wunderbar agierenden Hauptdarsteller konzentrieren, deren Figuren sich im Wechselspiel zwischen Abstoßung und Anziehung allmählich behutsam näherkommen. Daneben erfreuen die zur Kontemplation einladenden melancholischen Bilder der irischen Landschaft das Auge.
Fazit: Arg minimalistisches Drama.
IRL/NL, 85 Min., ab 6 J., 3001, Koralle