Das Konzept: Der von Emmanuel Benbihy entwickelte und von 21 Regisseuren realisierte Episodenfilm "Paris je t'aime" war nur der Anfang. Im zweiten Teil der "Cities Of Love"-Serie bildet nun New York den Schauplatz für elf kurze Geschichten zum Thema Liebe. An dem neuen Projekt sind wiederum Filmemacher aus aller Welt beteiligt. Sie alle mussten sich an bestimmte Regeln halten. So hatte etwa jeder Regisseur für den Dreh zwei Tage Zeit und sieben für den anschließenden Schnitt mit einem Cutter seiner Wahl. Am Ende sollte ein circa achtminütiger Beitrag stehen. Das erfreuliche Gesamtergebnis macht Appetit auf das, was noch geplant ist. Für eine Fortsetzung seiner Reihe hat Benbihy bereits Rio, Schanghai, Jerusalem und Mumbai im Auge.
Die Schauspieler: Hier lassen etliche Stars ihr Können aufblitzen. Beispielsweise Ethan Hawke, der als eloquenter Autor und selbst ernannter G-Punkt-Spezialist beim Rauchen vor einem Restaurant eine äußerst attraktive Frau (Maggie Q) offensivst anbaggert. Und eine faustdicke Überraschung erlebt. Oder - sehr rührend - die Schauspiel-Veteranen Eli Wallach ("Zwei glorreiche Halunken") und Cloris Leachman ("Die letzte Vorstellung") als zänkisches, sich aber immer noch liebendes Uralt-Ehepaar. In weiteren Episoden sind unter anderen Andy Garcia, Orlando Bloom, Christina Ricci, Robin Wright Penn, Chris Cooper, James Caan, Julie Christie, Shia LaBeouf und John Hurt zu sehen.
Die Regisseure: Zur illustren Schar der von Benbihy Eingeladenen zählt auch Fatih Akin. Sein melancholisch angehauchter Beitrag führt nach Chinatown und dreht sich um einen alten Maler, der eine scheue junge Teeladen-Angestellte vergeblich darum bittet, ihm Modell zu stehen. Akins US-Kollege Brett Ratner ("Rush Hour", "Roter Drache") zeigt mit seiner Episode über einen scheuen Studenten und ein im Rollstuhl sitzendes Mädchen, die mit einer schönen Pointe endet, dass er auch eine actionfreie Story ordentlich umsetzen kann.
Die Aktrice Natalie Portman, die hier überdies in einem Film von Mira Nair mitspielt, überzeugt mit einem beachtlichen Regiedebüt und und und ... Erstaunlicherweise fällt keiner der Achtminüter qualitativ krass ab. Und nicht zuletzt, weil alle Regisseure mit denselben Kostümbildnern und Produktionsdesignern zusammenarbeiteten und Randall Balsmeyer die Episoden elegant mit einer Rahmenhandlung um eine Dokumentarfilmerin verbunden hat, erscheint das Endergebnis sogar erstaunlich homogen - so unterschiedlich die einzelnen Geschichten auch sein mögen. Etwas aus dem Rahmen fällt eigentlich nur der stark spirituell gefärbte Beitrag Shekar Kapurs, der auf einer Idee des verstorbenen Anthony Minghella basiert.