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Men on the Bridge

Men on the Bridge

Foto: hfr

Die Story: Der 17-jährige Fikret sieht es gern, wenn auf der Bosporusbrücke, die den europäischen Teil Istanbuls mit dem asiatischen verbindet, mal wieder nichts geht. Er verdient seinen kargen Lebensunterhalt damit, an die im Stau steckenden Autofahrer Rosen zu verkaufen.



Das ist zwar verboten, aber er hat kaum eine andere Wahl. Auch in Istanbul stehen die Chancen schlecht, ohne Ausbildung eine reguläre Arbeit zu ergattern. Umut hat zwar einen festen Job, bekommt als Sammeltaxifahrer jedoch nicht genug Lohn, um seiner Gattin das bieten zu können, was sie sich wünscht. Die Ehekrise ist programmiert. Der ebenfalls miserabel verdienende Verkehrspolizist Murat muss dagegen erst einmal eine Frau finden ...



Die Schauspieler: Die Rollen der Männer, die aus erwerbstechnischen Gründen alle viel Zeit auf der Bosporusbrücke verbringen, werden von Laien ausgefüllt. Zwei von ihnen, Fikret Portakal und Umut Ilker, spielen sich quasi selbst. Aber auch der Handlungsstrang mit dem von Murat Tokgöz verkörperten Polizisten ist keineswegs völlig frei erfunden. Sein Part konnte nur nicht mit einem echten Ordnungshüter besetzt werden. Türkischen Polizisten ist das Mitwirken in einem Film generell verboten.



Die Autorin und Regisseurin: Die 1975 in Istanbul geborene und seit zehn Jahren in Berlin lebende Asli Özge verwischt in ihrem Kinodebüt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Sie wirft einen teilnahmsvollen Blick auf den Alltag ihrer Protagonisten, schildert ohne große dramaturgische Zuspitzung deren Bemühungen, ihre finanzielle oder private Lage zu verbessern.



Die Ergebnisse dieser Bemühungen sind ernüchternd. Im Leben von Fikret, Umut und Murat geht es jedenfalls kaum voran. Wie für die Autofahrer auf der titelgebenden Brücke während der Stoßzeit.

Fazit: Ein unspektakulärer Film, der ­ fein beobachtet ­ auf

gesellschaftliche Probleme der modernen Türkei verweist.



D/TR/NL, 87 Min., ab 12 J., Passage

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Datum:  22.7.2010
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