Das Thema: Schon als Kinder waren Hossein und Shaima unzertrennlich. Durch den Krieg in ihrer afghanischen Heimat auseinandergerissen, treffen sie sich als Erwachsene in Kabul wieder und würden gern zusammen sein. Aber Hossein muss als Soldat in den Krieg ziehen und wird durch Granatsplitter querschnittsgelähmt. Bald darauf wird Shaima von ihrer Familie gezwungen, einen 40 Jahre älteren Mann zu heiraten, von dem sie eine Tochter bekommt. Weil Shaimas Ehemann aber das Brautgeld nie bezahlt hat, holt ihr Vater sie in die patriarchalische Enge seiner Familie zurück. Gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Familien sehen sich Hossein und Shaima, deren Tochter inzwischen fünf ist, so oft sie können. Ständig müssen die Liebenden mit Racheakten der männlichen Familienmitglieder rechnen. Aber trotz aller Gefahren und Bedrängnisse halten Hossein und Shaima an ihrem Traum von einem gemeinsamen Leben in Frieden fest.
Die Regisseurin: Helga Reidemeister macht seit über 30 Jahren Dokumentarfilme und legt nach "Texas-Kabul" nun ihre zweite Arbeit über Afghanistan vor. Im Winter 2004 hat sie Hossein und Shaima kennengelernt. Die Geschichte der beiden und die ungewöhnliche Offenheit, mit der man ihr begegnete, berührten Reidemeister. So fuhr die Regisseurin bis 2007 immer wieder nach Kabul und porträtierte dabei nicht nur Hossein, Shaima und deren Familien, sondern fing auch Bilder vom Alltagsleben in Afghanistan ein, die eine Vorstellung davon vermitteln, was es heißt, in einem von jahrzehntelangem Krieg geschundenen Land zu leben. Das Preisgeld, das Reidemeister für ihren Film auf den Festivals von Ourense und Neukaledonien gewann, ließ sie übrigens ihren Protagonisten zukommen.