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Mademoiselle Chambon

Die Story: Als der Maurer Jean eines Tages seinen Sohn von der Schule abholen muss, lernt er V-ronique Chambon kennen, die als Vertretungslehrerin regelmäßig ihren Einsatzort wechselt. Gern kommt er ihrer Bitte nach, vor der Klasse einen Vortrag über seinen Beruf zu halten. Ein paar Tage später setzt er in ihrer Wohnung ein neues Fenster ein, sie spielt ihm auf sein Drängen hin etwas auf ihrer Geige vor. Bald ist nicht mehr zu leugnen, dass sie sich ineinander verguckt haben. Aber wird es Jean tatsächlich übers Herz bringen, seine Familie, die er liebt, zu verlassen? Auch V-ronique steht vor einer wichtigen Entscheidung. Sie könnte ihre Stelle behalten.



Die Schauspieler: Da kann er noch so oft die Maurerkelle in die Hand nehmen - den Bauarbeiter mag man Vincent Lindon nicht so recht abnehmen. Sehr wohl aber den Gefühlszwiespalt, den Mademoiselle Chambon in seinem Jean auslöst. Im wirklichen Leben waren Lindon und Sandrine Kiberlain, die in der Titelrolle gleichfalls mit nuanciertem Spiel brilliert, übrigens einmal ein Paar.



Der Regisseur: Stephane Briz- („Man muss mich nicht lieben“) hat die im Grunde einfache Geschichte, die auf einem Roman von …ric Holder basiert, sehr zurückhaltend inszeniert. Weder wird hier die Liebe wortreich beschworen noch kochen die Emotionen über. Die Intensität des Films ergibt sich fast ausschließlich aus dem Spiel der Darsteller, die die Gefühlslage ihrer Figuren mit fein dosierter Mimik und Gestik zu vermitteln wissen. Besonders stark die Szene, in der sich Jean und V-ronique zum ersten Mal küssen - und anschließend ihre Unsicherheit spürbar wird, ob sie das Wagnis der Liebe tatsächlich eingehen sollten. Von da an bezieht Briz-s Werk viel Spannung aus Jeans Gewissenskonflikt, der noch dadurch verschärft wird, dass seine Frau wieder schwanger ist.



Fazit: Leises Melodram, famos gespielt.

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Datum:  12.8.2010
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