Nervtötende Nachbarn hat wohl jeder schon mal erlebt. Aber dass einem gleich die versammelte Nachbarschaft mit Scharfschützengewehren und Panzerfäusten auflauert, um einem tatsächlich das Lebenslicht auszublasen, kommt hingegen selten vor. Was nach einer herrlich überdrehten Idee für einen Hollywood-Film klingt, entpuppt sich im Fall von Robert Luketic’ „Kiss + Kill“ allerdings als hoffnungsloser Rohrkrepierer. Die mitunter ziemlich schnulzige Action-Komödie ist nämlich weder spannend noch lustig und schon gar nicht romantisch.
Spencer Aimes (Ashton Kutcher) arbeitet als Auftragsmörder für einen US-Geheimdienst. Als er bei einer Mission in Nizza die hübsche, leicht naive Jen (Katherine Heigl) kennenlernt, hat der smarte Beau aber endgültig genug davon, Staatsfeinden den Garaus zu machen. Stattdessen heiratet er Jen, eröffnet ein Architekturbüro im ländlichen Georgia und lebt fortan glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage ... oder etwa doch nicht? Drei Jahre später stehen seine Ex-Kollegen, die inzwischen als Nachbarn oder Arbeitskollegen undercover gegangen sind, nämlich gleich scharenweise bei dem Paar auf der Matte, um ein auf Spencer ausgesetztes Kopfgeld zu kassieren. Diesem bleibt in Anbetracht der schieren Überzahl der Widersacher gar nichts anderes übrig, als in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Jen hingegen nimmt die ungeahnten Talente ihres Ehemanns nach anfänglicher Irritation überraschend locker ...
Zu Beginn gibt es zumindest noch nett anzuschauende Panoramen des sonnigen Südfrankreich, bevor im Mittelteil dann geschlagene 45 Minuten lang praktisch gar nichts passiert. Erst in der letzten halben Stunde taucht schließlich ein Killer nach dem anderen auf, was aber kaum für die zuvor zelebrierte Ödnis entschädigt. Das Problem: Keiner der Mörder entwickelt ein Profil. Stattdessen fertigt Spencer eine gesichtslose Horde ab, wobei keine der Actionszenen auch nur ein bisschen aus dem Rahmen fällt: ein Handkantenduell hier, eine Schießerei da - alles schon tausend Mal und auch schon tausend Mal besser gesehen.
Sein Kapital war neben seinem Waschbrettbauch stets der feiste Charme eines Lausebengels, aber den abgeklärten Killer nimmt man Ashton Kutcher beim besten Willen nicht ab - nicht für eine Minute, nicht für eine Sekunde, niemals! Es fällt schwer, sich eine haarsträubendere Fehlbesetzung vorzustellen. Katherine Heigl ist spätestens seit ihrem Hit „Beim ersten Mal“ auf die Rolle des blonden Kumpeltyps und Traum aller Nerds festgelegt. Passend dazu verdient Jen ihre Brötchen als IT-Expertin in einer Softwarefirma. Allerdings wirken die paar Sätze, die sie in einer Besprechung wie auswendig gelernt in den Raum schmeißt, derart klischeehaft, dass bezweifelt werden darf, ob sie im Ernstfall einen Computer auch nur anschalten könnte.
Fazit: Kruder Genre-Mix, bei dem Action und Komödie einfach nicht zusammenkommen.