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Karate Kid 2

Karate Kid 2

Foto: hfr

Die Story: Der junge Dre (Jaden Smith) zieht mit seiner Mutter von Detroit nach China. Das Reich der Mitte wird für ihn bald zum Reich der Tritte: Als er sich in eine hübsche Mitschülerin verliebt, kassiert er ordentlich Prügel vom Klassenrüpel, einem versierten Kung-Fu-Fighter. Doch der unscheinbare Mr. Han (Jackie Chan), der in Wirklichkeit nicht nur ein Hausmeister, sondern auch ein Martial-Arts-Meister ist, nimmt Dre fortan unter seine Fittiche.



Die Schauspieler: Als knuffiger Knirps eroberte Will Smiths Sohn Jaden in "Das Streben nach Glück" weltweit die Herzen des Publikums. Hier scheint er sich hingegen wahnsinnig cool vorzukommen, macht mit penetranter Yo-Man-Rapper-Attitüde auf dicke Hose und benimmt sich wie ein Mini-Will-Smith-Klon, der sein Programm erschreckend lässig herunterspult.



Leider ist er viel zu jung für die Rolle: Während Ralph Macchio schon über 20 war, als er 1984 die Titelfigur im "Karate Kid"-Original spielte, zählte Jaden zur Zeit des Drehs gerade mal zarte elf Lenze ­ und wirkt sowohl in

Kampf- als auch in Liebesszenen bisweilen unfreiwillig komisch. Für positive Überraschungen sorgt indes Kung-Fu-Komödien-Star Jackie Chan, der hier erstaunlich ruhig und zurückgenommen agiert, auf das übliche Slapstick-Geblödel verzichtet und seiner Filmfigur sogar eine tragische Dimension verleiht.



Der Regisseur: Routinier Harald Zwart, der zuletzt "Der rosarote Panther 2" verbrochen hat, gab seinen Namen nun für diese von Will Smith produzierte Neuverfilmung des 80er-Jahre-Hits her. Vielleicht sollte man das an pittoresken Originalschauplätzen (Chinesische Mauer! Verbotene Stadt! Wudang-Berge!) gedrehte Remake einfach mit Kinderaugen sehen.



Dann könnte man großzügig darüber hinwegblicken, dass hier alles drei Mal erklärt wird, bis es auch die Lümmel in der letzten Reihe kapiert haben; dass sämtliche Bösewichte zur Karikatur verzerrt sind und die Dialoge vor Klischees und Pseudo-Weisheiten strotzen ­ wie so oft wird fernöstliche Philosophie auf Glückskeks-Niveau heruntergebrochen. Ganz abgesehen davon, dass der Film mit Karate ungefähr so viel zu tun hat wie Gelsenkirchener Barock mit Gotik.



Fazit: Solide Familienunterhaltung.



USA, 140 Min., ab 6 J., Cinemaxx (alle), Hansa-Filmstudio, Streits, UCI (alle)

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Datum:  22.7.2010
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