Die Story: Caye, eine knapp 30-jährige Prostituierte in Madrid, träumt von einem ganz normalen Leben - und davon, dass sie mal jemand von der Arbeit abholt. Doch als sie einen netten Informatiker kennen lernt, wagt sie es nicht, ihn über ihren Beruf aufzuklären. In ihrer neuen Nachbarin sieht sie anfangs nur eine unerwünschte Konkurrenz: Zulema, eine illegale Immigrantin aus der Karibik, arbeitet ebenfalls als Hure - zu Dumping-Preisen, um ihren kleinen Sohn zu ernähren. Aber dann erlebt Caye mit, wie Zulema in der Hoffnung auf eine Aufenthaltserlaubnis an einen brutalen Beamten gerät, und die beiden Frauen freunden sich allmählich an: Sie werden zu Komplizinnen auf der Suche nach einem kleinen bisschen Glück im Leben.
Die Schauspieler: Candela Peña (Caye) und Micaela Nevàrez (Zulema) agieren schlichtweg zum Niederknien: Sie verleihen ihren Figuren Würde, ohne irgendetwas zu beschönigen. Für ihr zutiefst anrührendes Spiel wurden sie zu Recht mit dem "Goya", dem spanischen Oscar, als beste Hauptdarstellerin und beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Doch auch sämtliche Nebenrollen sind hier stimmig besetzt und bravourös zum Leben erweckt.
Der Autor und Regisseur: Nach seinem weltweit gefeierten Hit "Montags in der Sonne" verknüpft der spanische Meisterregisseur Fernando León de Aranoa erneut auf unnachahmliche Weise sein Gespür für bittere soziale Realität mit seinem hinreißenden Sinn für Humor. Wieder erzählt er voller Wärme, mit brillanten Dialogen und großer Liebe zu den Figuren von Solidarität und Menschlichkeit. Dem heiklen Thema Prostitution nähert er sich ganz unvoyeuristisch, ohne Pathos, Klischees oder "Pretty Woman"-Kitsch: Er schildert den Dirnen-Alltag authentisch, fast dokumentarisch und endlich einmal aus der weiblichen Perspektive - wir erleben die Damen sozusagen "backstage", in ihrem Stammcafé oder ihrem Friseurladen, wo sie über Gott und die Welt lästern. Dabei findet León de Aranoa stets die perfekte Balance zwischen herzzerreißender Tragik und herzerfrischender Komik. Und Manu Chao hat dazu wunderbare traurig-fröhliche Songs komponiert.
Fazit: Ein ganz und gar bezauberndes kleines Kino-Juwel, bei dem einfach alles stimmt. Unbedingt ansehen!
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?