Die Story: Im Alter von 14 Jahren wird Susie Salmon (Saoirse Ronan) jäh aus dem Leben gerissen, brutal ermordet vom biederen Mr. Harvey (Stanley Tucci), der in seiner Freizeit Puppenhäuser baut. Doch die Tote, deren Leiche verschollen bleibt, findet keine Ruhe. Von einer seltsamen Welt zwischen dem Dies- und dem Jenseits aus beobachtet sie, wie ihre Familie und ihre Freunde mit dem Verlust umgehen, wobei sie sich nur indirekt, auf spirituelle Art, bemerkbar machen kann. Sie sieht, wie ihr Vater Jack (Mark Wahlberg) ruhelos nach ihr sucht, wie ihre Mutter Abigail (Rachel Weisz) die Familie verlässt. Und wie ihr in der Nachbarschaft wohnender Mörder sein Leben unbehelligt weiterführt - und irgendwann ein Auge auf ihre Schwester wirft ...
Die Schauspieler: Die wie schon in "Abbitte" grandiose Saoirse Ronan verleiht dem Mordopfer so viel kindliche Unschuld, dass die (nicht direkt gezeigte) Bluttat umso ungeheuerlicher erscheint. Als Biedermann, hinter dessen unscheinbarer Fassade ein wahres Monster lauert, lehrt Stanley Tucci den Zuschauer das Gruseln. Für seine Darstellung des abgründigen Mr. Harvey wurde er für einen Oscar nominiert.
Der Regisseur: Gut vier Jahre nach seinem "King Kong"-Remake meldet sich Peter Jackson mit der Verfilmung eines 2002 erschienenen Bestsellers von Alice Sebold zurück. Und das recht eindrucksvoll - vor allem, was das Visuelle betrifft. Der "Herr der Ringe"-Regisseur findet für die Zwischenwelt, in der sich seine liebenswerte Protagonistin aufhält, fantastisch-surreale Bilder. Die spielen, je nach Susies Gefühlslage, mal ins Kitschige, mal ins grotesk Albtraumhafte. Und auch in Sachen Spannung á la Hitchcock weiß Jackson zu punkten. Insgesamt mag die Mischung aus Familiendrama, Krimi und Übersinnlichem ein wenig gewöhnungsbedürftig sein - zumal Susan Sarandon mit ihren exaltierten Auftritten als Oma der Ermordeten auch noch ein paar allzu schrille Töne beisteuert. Aber interessant ist sie allemal.