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Henri 4

Die Story: Frankreich, Mitte des 16. Jahrhunderts: An der Spitze der evangelischen Hugenotten kämpft König Heinrich von Navarra gegen die katholische Zentralmacht in Paris. Als vorgebliches Zeichen der Versöhnung bietet die französische Herrscherin Katharina von Medici ihrem Konkurrenten die Hand ihrer Tochter Margot an. Heinrich willigt ein. Aber der Tag der Hochzeit endet in einem Butbad, dem mehr als 30000 Hugenotten zum Opfer fallen. Heinrich selbst wird gefangen gesetzt und zum Glaubensübertritt gezwungen. Irgendwann gelingt ihm die Flucht und er führt - nun wieder als Protestant - den Krieg fort. Nach dem Tod von Katharinas erbberechtigten Söhnen und erneuter Rekonvertierung besteigt er als Heinrich IV. 1593 den französischen Thron, gewährt den Hugenotten Glaubensfreiheit, lässt seine Ehe mit Margot annullieren und heiratet aus Gründen der Staatsräson die reiche Florentinerin Marie de Medici. 1610 stirbt er durch die Hand eines Attentäters.



Die Schauspieler: Julien Boisselier schlägt sich ganz passabel in der Rolle des für religiöse Toleranz fechtenden Titelhelden. Denkwürdiger, weil mitunter hart an der Grenze zum unfreiwillig Komischen, sind die Auftritte einiger seiner Mitstreiter: Hannelore Hoger kehrt als sinistre, machtgeile Katharina de Medici das Fieseste aus sich heraus, Ulrich Noethen flippt als deren unberechenbarer Sohn Karl IX., der seiner Schwester schon mal mit bloßen Händen den blanken Hintern versohlt, gelegentlich regelrecht aus, und Devid Striesow gibt Karls keinem Vergnügen abholden Bruder D'Anjou (der spätere Heinrich III.) betont tuntig. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie irgendwann unvermittelt von der Bildfläche verschwunden sind.



Der Regisseur: Circa 20 Millionen Euro kostete das von Produzentin Regina Ziegler initiierte Mammutprojekt, das Jo Baier ("Nicht alle waren Mörder") vom Regiestuhl aus gestemmt hat. Es beruht auf zwei Romanen Heinrich Manns, der in dem legendären französischen König einen Humanisten sah. Diese Einstellung Heinrichs IV. kommt im Film wenigstens ansatzweise rüber. Ansonsten wird hier eher geklotzt als gekleckert. An Kostümen und Komparsen wurde nicht gespart, Intrigen, heiße Liebes- und blutige Schlachtenszenen gibt's reichlich. Und doch braucht man einen langen Atem, um der Handlung über die gesamte Länge des Films zu folgen.



Fazit: Respekt! Zumindest für den Mut der Macher, bei der filmischen Umsetzung des Mammutprojekts ab und zu mal über die Stränge zu schlagen.



Note: 3



D/F/E/A, 155 Min., ab 12 J., UCI Mundsburg und Wandsbek



BU: Henri und seine Frau Margot (Amelie Deutsch)



Henri in der Schlacht von Coutras 1587; die Hugenotten siegten.

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Datum:  4.3.2010
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