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Eine Karte der Klänge von Tokio

Eine Karte der Klänge von Tokio

Foto: David Coll Blanco

Die Story: Der mächtige Tokioter Geschäftsmann Nagara ist am Boden zerstört, als er erfährt, dass sich seine Tochter Midori umgebracht hat. Die Schuld an ihrem Freitod gibt er ihrem Geliebten, dem spanischen Weinhändler David. Rache soll sein. Und so wendet sich Nagaras Assistent Ishida an die Fischmarkt-Arbeiterin Ryu, die gegen Geld gelegentlich Leute umlegt. Ryu nimmt den Auftrag, David zu töten, an. Doch statt ihn auszuführen, verliebt sie sich und lässt sich auf eine Affäre mit ihrem potenziellen Opfer ein - obwohl David keinen Hehl daraus macht, dass er an Midori denkt, wenn er mit Ryu zusammen ist.



Die Schauspieler: Sergi Lopez („Die Affäre“, „Ricky“) als mitteilungsbedürftiger David und Rinko Kikuchi („Babel“) als verschlossene Ryu harmonieren nicht nur auf erotischer Ebene. Beide verkörpern tendenziell einsame Charaktere, von denen jeder auf seine Weise verloren wirkt.



Die Regisseurin und Autorin: Die Katalanin Isabel Coixet („Elegy“, „Das geheime Leben der Worte“) hat sich von der japanischen Metropole schwer faszinieren lassen. Neben erlesenen Bildern vom eigentlichen Geschehen (Kamera: Jean-Claude Larrieu) präsentiert sie uns immer wieder eindrucksvolle Stadtansichten, aufgenommen aus allen möglichen Perspektiven und meist bei Nacht. Zudem werden die visuellen Tokio-Impressionen von akustischen ergänzt. Nicht von ungefähr gibt es in ihrem Film einen mit Ryu befreundeten Toningenieur, der Geräuschen, Stimmen und Tönen nachspürt, um mit dem Ergebnis seiner Arbeit eine Art Klangkarte seiner Heimatstadt zu erstellen. Und so lebt Coixets Werk hauptsächlich von seiner Atmosphäre. Allerdings ist auch die Story nicht uninteressant.



Fazit: Stimmungsvoller Mix aus melancholischer Romanze und meditativem Thriller.

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Datum:  5.8.2010
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