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Distanz

Die Story: Daniel Bauer verrichtet seine Arbeit als Gärtner gründlich, redet wenig und lässt sich von keinem seiner Kollegen in die Karten schauen. Jana, die in der Verwaltung des botanischen Gartens arbeitet, hat ein Auge auf den geheimnisvollen jungen Mann geworfen. Mit verliebter Heftigkeit und verklärender Naivität verfolgt sie ihn, möchte ihn unbedingt kennenlernen. Zunächst hält Daniel die recht spießig wirkende Frau auf Distanz. Jana lässt sich von Daniels Reserviertheit nicht abschrecken. Die beiden werden tatsächlich ein Paar. Was Jana nicht weiß: Daniel tötet Menschen, wahllos und ohne Motiv. Irgendwann deckt Jana sein dunkles Geheimnis doch auf - und überrascht Daniel mit Solidarität.



Die Schauspieler: Hauptdarsteller Ken Duken, zweifacher Grimme-Preisträger und unter anderem bekannt durch seine Rollen in „Zweiohrküken“ und „Inglourious Basterds“, produzierte diesen leisen Film mit seiner Firma Grand Hotel Pictures. Auch unemotionales Spiel ist eine Kunst: Als verkappter, fast mimikloser Psychopath Daniel erzeugt Duken Gänsehaut. Die Österreicherin Franziska Weisz wurde durch Ulrich Seidls „Hundstage“ bekannt. Zuletzt war sie in „Der Räuber“ auf der diesjährigen Berlinale zu sehen. Die Rolle der verklemmten, dennoch fordernd-trotzigen Jana ist ihr wie auf den Leib geschneidert.



Der Regisseur: Thomas Sieben gibt mit dem verstörenden Werk sein Spielfilmdebüt. Er zeigt, wie unerklärlich die Lust am Morden sein kann. Tötet Daniel aus Langeweile? Aus unterdrückter Aggression? Das Gefühl des Unbehagens gründet vor allem darauf, dass der gutaussehende Mann so still durchs Leben geht. Nichts deutet auf die Psychologie hinter den Taten hin. Auch verwendet Sieben das klassische Thema der Frau, die glaubt, durch bedingungslose Liebe den Schurken „heilen“ zu können. Umso überraschender die Wendung, die diese Geschichte nimmt.



Fazit: Ein Drama, das gerade durch seine Reduziertheit Entsetzen hervorruft, das noch lange nach Verlassen des Kinos nachschwingt.

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Datum:  19.8.2010
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