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Die zwei Leben des Daniel Shore

Die Story: Ein kleiner Junge liegt tot am Pool einer Villa in Tanger, die ein zwielichtiger Typ namens Henry dem Studenten Daniel Shore zur Verfügung gestellt hatte. Das Kind war der Sohn von Daniels marokkanischer Geliebten. Nach seiner überstürzten Abreise bezieht der junge Mann in Stuttgart eine Wohnung in einem von seiner Großmutter geerbten Mietshaus. Dort hat er sich unter anderem mit der neugierigen ehemaligen Haushälterin Kowalski, der psychisch gestörten Sängerin Elli und dem seltsam verdrucksten, möglicherweise pädophilen Bankangestellten Feige auseinanderzusetzen. Und dann ist da noch ein kleiner Junge, den der offenbar von schweren Schuldgefühlen geplagte Daniel vor Feige retten zu müssen glaubt ...



Die Schauspieler: Nikolai Kinski verkörpert bravourös die zunehmend von Paranoia ergriffene Titelfigur. Außer ihm bleibt besonders Katharina Schüttler als Elli in Erinnerung.



Der Regisseur und Autor: Mut kann man Michael Dreher, dessen "Fair Trade" mehrere Preise gewann, nicht absprechen. Bei seinem Langfilm-Debüt riskiert er bewusst, den Zuschauer zu verwirren. Schon allein die ganz aus der Perspektive des Protagonisten betrachteten mysteriösen Geschehnisse im Mietshaus geben manches Rätsel auf. Zudem wird gelegentlich in die Vergangenheit zurückgeblendet, wobei sich jedoch erst am Schluss enthüllt, inwiefern die Ereignisse in Tanger, die schließlich zum Tod des Jungen führten, Daniels psychische Verfassung bedingen. Die zu verdeutlichen, finden Dreher und sein Kameramann Ian Blumers schaurig-schöne Bilder. Oft genug wähnt man sich in einem kafkaesken Albtraum.

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Datum:  11.2.2010
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