Die Story: Kathi König hat gerade ziemlich viel Pech: Die arbeitslose und mächtig moppelige Friseuse lebt mit ihrer pubertierenden Tochter in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn (ihr Mann hat sie wegen der jüngeren und schlankeren Nachbarin verlassen). Auch den Job in einem schicken Friseursalon bekommt sie nicht - "Sie sind nicht ästhetisch", erklärt ihr die arrogante Chefin. Doch Kathi lässt sich nicht unterkriegen. Sie will ihren eigenen Laden eröffnen.
Die Schauspieler sind durchweg großartig und absolut passend besetzt. Da sind zum Beispiel Natascha Lawiszus als Julia, Kathis verstockte Tochter, Maren Kroymann als fiese Friseurmeisterin, Christina Große als arbeitslose Silke, die zunächst wie eine gute Freundin wirkt, sich dann aber als große Enttäuschung entpuppt, Rolf Zacher als zwielichtiger Joe und viele andere. Doch was wäre der Film ohne die wunderbare Gabriela Maria Schmeide? Die mit renommierten Preisen überhäufte Darstellerin ("Die Polizistin", "Halbe Treppe") ist eine Wucht! Mit Fatsuit auf extrem dick getrimmt und stets in bunte Kleider gewandet, beherrscht sie mit ihrem nuancenreichen Spiel jede Szene - ohne jemals zu übertreiben. Komik und Tragik halten sich bei ihr immer die Waage.
Die Regisseurin: Doris Dörrie verfilmte bislang ausschließlich ihre eigenen Drehbücher. Durch einen Zufall lernte sie Laila Stieler kennen, die unter anderem das Skript zu "Die Polizistin" geliefert und nun mit "Die Friseuse" die wahre Geschichte der Ost-Berlinerin Kathleen Cieplik aufgeschrieben hat- ein Traumduo! Dörrie macht aus der sozialkritischen Vorlage eine feinfühlige, warmherzige Tragikomödie, deren pfundige Heldin man sofort ins Herz schließt.