Die Story: Malmö 1909. Sigfrid Larsson, Gelegenheits-Hafenarbeiter und notorischer Trunkenbold, bringt stets nur wenig Geld nach Hause. Als es für seine vielköpfige Familie mal wieder hinten und vorne nicht reicht, erinnert sich seine Frau Maria an die Kamera, die sie vor längerer Zeit bei einer Tombola gewonnen hatte. In der Hoffnung, den Apparat verkaufen zu können, wendet sie sich an den bekannten Fotografen Sebastian Pedersen. Doch anstatt es zu kaufen, ermutigt er sie, sich mit dem Gerät zu beschäftigen, und stellt ihr Material zur Verfügung. Schnell erkennt Sebastian Marias "Gabe zu sehen". In der Folge entwickelt sich zwischen den beiden eine innige Freundschaft, und Maria wird als Fotografin immer erfolgreicher. Sehr zum Missfallen ihres Mannes ...
Die Schauspieler: Maria Heiskanen ("Lichter der Vorstadt") spielt die sich zaghaft emanzipierende, jedoch nicht aus den damaligen gesellschaftlichen Konventionen ausbrechende siebenfache Mutter mit der gleichen Zurückgenommenheit wie Jesper Christensen ("Casino Royale") den freundlichen Fotografen. Mikael Persbrandt ("Kommissar Beck") legt sich als trunksüchtiger Arbeiter und gelegentlich unbeherrschter Familienpatriarch rollengemäß etwas kräftiger ins Zeug. Gleichwohl hat seine Filmfigur trotz ihrer charakterlichen Defizite auch ihre guten Seiten.
Der Regisseur: Der schwedische Altmeister Jan Troell ("Raus bist du", "Hamsun") griff auf ein Buch seiner mit der Titelheldin entfernt verwandten Frau Agneta zurück und schrieb selbst mit am Drehbuch. Und erzählt die wahre Geschichte der Maria Larsson angenehm unaufgeregt. Dabei legt er sichtlich viel Wert auf schöne, durchkomponierte Bilder, die dem Sujet seines Werks angemessen sind. Das funktioniert nicht nur als Emanzipations- und Familiendrama, sondern auch als Porträt einer längst vergangenen Epoche.
Fazit: Ein vielschichtiger und in bestem Sinne altmodischer Film.
DK/S/N/FIN/D, 106 Min., o. A., Abaton