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Das letzte Schweigen

Die Story: 1986 wird die elfjährige Pia vergewaltigt und ermordet. Der Täter ist Peer Sommer (Ulrich Thomsen), Tatzeuge der ebenfalls pädophil veranlagte Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring), der sich anschließend aus dem Staub macht. Das Verbrechen bleibt unaufgeklärt. 23 Jahre später verschwindet die 13-jährige Sinikka spurlos. Ihr Fahrrad wird an genau der Stelle gefunden, an der Pia ums Leben kam. Sinikkas Eltern (Karoline Eichhorn, Roeland Wiesnekker), von denen sich die Tochter im Streit verabschiedete, sind verzweifelt, bei Pias Mutter Elena (Katrin Sass) kommen schreckliche Erinnerungen hoch. Ebenso beim frisch pensionierten Polizisten Krischan Mittich (Burghart Klaußner), der es nie verwunden hat, dass er den Fall damals nicht lösen konnte. Ungebeten schaltet er sich in die von David Jahn (Sebastian Blomberg) geleiteten Ermittlungen ein. Und auch Timo, mittlerweile Architekt und Familienvater, bleibt nicht untätig. Von einem TV-Bericht alarmiert, tritt er, der seine Mitschuldam Mordbislang verdrängt hatte, eine Reise in seine dunkle Vergangenheit an. Er will unbedingt mit Peer reden, der noch immer seinem Job als Hausmeister nachgeht ...



Die Schauspieler verkörpern Charaktere, die schwere Päckchen mit sich herumschleppen. Fast alle tendieren gelegentlich zum Overacting - besonders Sebastian Blomberg, dessen vom Krebstod seiner Frau noch stark traumatisierter David sich besser psychiatrisch behandeln lassen sollte als polizeilich zu ermitteln.



Der Regisseur und Autor: Für sein erstes abendfüllendes Kinowerk hat der gebürtige Schweizer Baran Bo Odar den Roman „Das Schweigen“ von Jan Costin Wagner adaptiert. Was ihn neben der Tätersuche vor allem interessiert, ist das Innenleben seiner Figuren. Denen bürdet er allerdings gleich so viele seelische Lasten auf, dass es für mindestens zwei Filme gereicht hätte. Sinikkas Eltern müssen beispielsweise nicht nur mit dem Verlust ihrer Tochter klarkommen, sondern auch noch mit bereits lange schwelenden Eheproblemen. Zudem erschließt sich einiges kaum. Warum etwa schnürt Peer Pias Leiche sorgfältigst in einem Tuch ein, bevor er sie im Teich versenkt? Fast scheint es, als sei dem Regisseur mehr an einer Ästhetisierung seiner Bilder als an Logik gelegen. Und ärgerlich ist auch, dass jede spannende Handlungsentwicklung von schrillen Tönen akustisch vorweggenommen wird.



Fazit: Weniger wäre wieder einmal mehr gewesen.

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Datum:  19.8.2010
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