Das „A-Team“ ging in Amerika baden. Dort konnte der Film nicht einmal halb so viele Zuschauer wie das ebenfalls gestartete, weit kostengünstigere „Karate Kid“-Remake in die Kinos locken. Experten warfen der Marketingabteilung daraufhin vor, dass sie allein auf den Ruhm der zugrundeliegenden Trash-Serie (1983-87) gesetzt und darüber das Bewerben der Story vergessen hätte. Schließlich wusste auch nach den nichtssagendem Trailer niemand so recht, wovon der Film eigentlich handelt. Das klingt plausibel, aber es kommt noch schlimmer: Denn selbst, wenn man sich den Film bis zum Abspann aufmerksam anschaut, wird nicht wirklich klar, was die unnötig wirre Handlung eigentlich soll - mit dem „A-Team“, wie die Fans es kennen und lieben, hat der wilde CGI-Spezialeffekte-Ritt von Regisseur Joe Carnahan („Smokin’ Aces“) zumindest wenig gemein.
Eigentlich sind sie wahre Helden. Schließlich haben John „Hannibal“ Smith (Liam Neeson), Templeton „Faceman“ Peck (Bradley Cooper), Bosco „B.A.“ Baracus und ihr übergeschnappter Pilot Murdock gerade erst amerikanische Geldprägeplatten aus den Händen irakischer Schurken zurückerobert. Doch der Einsatz erweist sich als ausgeklügelte Falle. Während die private Söldnertruppe „Black Forest“ mit den Platten das Weite sucht, wird das „A-Team“ vom Militärgericht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Sechs Monate später erhält Hannibal Besuch von CIA-Mann Lynch. Dieser bietet an, bei der Flucht zu helfen, wenn das „A-Team“ ihm noch ein weiteres Mal die Platten besorgt ...
Der erste Leinwandausflug des „A-Teams“ will waschechtes Sommerkino sein - mit allem, was da an Krachbum nun einmal dazugehört. Natürlich musste jedem Nostalgiker klar sein, dass das „A-Team“ in einem Blockbuster dieser Preisklasse seinen Van nicht wie früher mit Bratpfannen kugelsicher machen würde. Aber die Handlung ist nun dermaßen abgehoben, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob die Produzenten überhaupt verstanden haben, warum die Serie einen derartigen Kultstatus erreicht hat. Das Ergebnis ist ein austauschbarer Plot, den man ohne größere Änderungen praktisch für jeden Actionfilm verwenden könnte.
Auch den Charakteren gelingt es nicht, für ein unverwechselbares Element zu sorgen. Wo etwa Murdock in der Serie stets zwischen Genie und Wahnsinn pendelte, agiert „District 9“-Newcomer Sharlto Copley nun als reine Knallcharge - da hilft es dann auch nicht, wenn Murdock plötzlich Afrikaans beherrscht. Die größte Enttäuschung bleibt aber B.A.: Es wird nicht nur zu ausdauernd auf seiner Flugangst rumgeritten, auch jeder Anflug von Selbstironie verpufft, weil Quinton „Rampage“ Jones als hauptberuflicher Mixed-Martial-Arts-Fighter dafür schauspielerisch viel zu limitiert ist.
Aber selbst, wenn man „A-Team“ mal „A-Team“ sein lässt, macht diese Form des Krawallkinos nur mäßig Laune. Bei der ersten Actionsequenz im Irak fällt es schwer, auch nur einen ungefähren Überblick zu behalten. In der zweiten springen Hannibal + Co. in einem Panzer aus einem explodierenden Transportflugzeug, was in seiner Absurdität an eine ähnliche Szene aus „Drei Engel für Charlie - Volle Power“ erinnert, einem der größten Sommerflops überhaupt. Und im Finale im Hafen von Los Angeles wird dann zwar ein standesgemäßes Effektfeuerwerk abgefackelt, aber die herumwirbelnden Container muten nicht wie tonnenschwere Stahlbehälter, sondern wie federleichte Legosteinchen an. Schuld sind miserable Computeranimationen, die auch schon vor einigen Jahren veraltet gewirkt hätten.
Fazit: Austauschbares Sommerkino.