Die Story: In einer kleinen familiengeführten Pension, die von den Einheimischen vielsagend "Casa de los Babys" getauft wurde, warten vier Amerikanerinnen und eine Irin darauf, dass ihre Adoptionsanträge den mexikanischen Beamtenapparat durchlaufen. Wochen- oder gar monatelang harren sie hier aus, während sie die Ungewissheit zermürbt, ob sie tatsächlich mit einem Baby im Arm nach Hause zurückkehren werden ¼
Die Schauspieler: Obwohl den einzelnen Darstellerinnen (darunter die Hollywood-Stars Maggie Gyllenhaal, Daryl Hannah und Marcia Gay Harden) bei der Vielzahl an Handlungssträngen nur wenig Raum bleibt, verkörpern sie keine Klischees. Ganz im Gegenteil: Bei keiner der potenziellen Mütter möchte man entscheiden müssen, ob ihnen nun ein Baby anvertraut werden sollte oder nicht.
Die Regisseurin: In Zeiten, in denen Promis wie Madonna oder Brangelina den Adoptionstourismus zu einer Art Lifestyle erhoben haben, ist John Sayles' Episodendrama, das bereits im Jahr 2003 seine Uraufführung erlebte, aber erst jetzt einen deutschen Kinoverleih gefunden hat, aktueller denn je. In dokumentarisch anmutenden Szenen beleuchtet der Filmemacher alle Facetten des amerikanisch-mexikanischen Baby-Deals, ohne dabei einer Partei den Schwarzen Peter zuzuschieben. "Casa de los Babys" hält sich mit eigenen Wertungen wohltuend zurück und ist vielmehr Bestandsaufnahme als Pamphlet. Die Einordnung von "Richtig" oder "Falsch", "Gut" oder "Böse" bleibt so vollkommen dem Zuschauer überlassen.