Die Story: Die neunköpfige Hamburger Band Der Fall Böse macht sich auf nach Australien, um dort sechs Wochen lang insgesamt zwölf Konzerte zu spielen. Es soll ein unvergessliches Abenteuer werden. Ein Zweimann-Filmteam, bestehend aus Regisseur Roman Schaible und Kameramann Timo Schwarz, begleitet die Hanseaten. Auf der Tour durch "Down Under" jamt die Band mit australischen Musikern, kämpft mit Insekten, feiert mit neuen Freunden in einer Hippie-Kommune im Busch oder hat ordentlich Zoff, was bisweilen in Prügeleien auf der Bühne ausartet. Eine Tour, die die Freundschaft der Jungs massiv auf die Probe stellt.
Der Regisseur: Die Nähe des Regisseurs Roman Schaible zur Band macht neben der tollen Musik den Reiz des Films aus. Die Kamera hält alle Momente fest, was jedoch bei weitem nicht immer interessant ist. Das findet auch Schaible, der den Jungs mitunter vorwirft, sie seien "langweilige Spinner", die nur rumhängen und nichts Unterhaltsames bieten. So wird er selbst Teil des Films. Doch er versäumt ein wenig, jene abzuholen, die nicht eingefleischte Der-Fall-Böse-Fans sind. Dem weniger kundigen Zuschauer fällt es schwer, eine Beziehung zu den Bandmitgliedern aufzubauen, was auch daran liegen könnte, dass deren Namen nie eingeblendet sind. Was sich in der ersten Hälfte zäh anlässt, wird später durch Dramatik - Pöbeleien, Bühnenrandale, Tränen - aufgelöst. Manchmal wirkt das ein bisschen konstruiert.
Fazit: Roadmovie mit unfertigem Making-Of-Charakter, aber einem Knaller-Soundtrack.
D, 90 Min., Metropolis; 15.5., 21.15 Uhr mit Aftershow-Party im Grünen Jäger (St. Pauli)