Das Thema: Die kleine Ponijao lebt bei ihrer Rinder und Ziegen züchtenden Großfamilie im Nordwesten Namibias und erkundet gern alles mit dem Mund - auch schon mal die Zunge eines Hundes. Hattie aus Oakland bei San Francisco, die als Frühchen zur Welt kam und entsprechend versorgt werden musste, kommt nicht drum herum, mit ihren Eltern einen Baby-Yoga-Kursus zu besuchen. Bayar, der kurz nach seiner Geburt im Krankenhaus zu einem Bündel verschnürt und auf einem Motorrad zur Familienjurte in der monglischen Steppe transportiert wurde, kabbelt sich oft mit seinem etwas älteren Bruder und muss sich nicht wundern, wenn mal ein Hahn über sein Bett stolziert oder sich eine Ziege an seinem Badewasser labt, während er noch in der Wanne sitzt. Einzelkind Mari wohnt mit ihren Eltern in Tokio und ist manchmal sehr streng mit der Familienkatze.
Der Regisseur: Die vier aus verschiedenen Kulturkreisen stammenden Babys sind die Stars der Doku von Thomas Balmes. Der französische Filmemacher hat alle etwa ein Jahr begleitet - vom ersten Schrei bis zu ihren ersten Schritten auf noch wackligen Beinen. Der dabei entstandene Film verzichtet auf jeglichen Begleitkommentar. Selbst was die Eltern sagen, die hier eh nur Nebenrollen spielen, wird weder übersetzt noch untertitelt. Und so kann man sich einfach von den Kleinen bezaubern lassen, sich an Fortschritten, die sie machen, erfreuen und sich über die ein oder andere Szene aus der Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“ amüsieren. Man kann aber auch vergleichende Studien anstellen und zu dem Schluss kommen: Vorausgesetzt, dass sie die nötige Zuwendung erfahren, machen alle gesunden Babys in ihrem ersten Lebensjahr eine vergleichbare Entwicklung durch - unabhängig von den Verhältnissen, in denen sie heranwachsen. Das überrascht wenig, wird einem hier jedoch eindrucksvoll und sehr unterhaltsam vor Augengeführt.
Fazit: Erkenntnisgewinn gering, Schauwert groß.