plan7: Die Entscheidung, „Die Legende von Aang“ in 3D in die Kinos zu bringen, fiel ungewöhnlich spät im Entstehungsprozess. Wie zufrieden sind Sie dennoch mit dem Ergebnis?
M. Night Shyamalan: Ich war zu Beginn sehr skeptisch und wollte auf keinen Fall in 3D drehen. Der Prozess ist viel zu aufwendig, gerade wenn man mit Kindern dreht. Von solch jungen Darstellern kann man nicht erwarten, dass sie ihre Konzentration ewig halten. Deshalb war es mir wichtig, sofort loslegen zu können, wenn die Kinder in ihre Rollen hineingefunden haben, ohne zuvor noch etliche Einstellungen an den Kameras vornehmen zu müssen. Nach den Dreharbeiten haben wir uns dann lange mit der Frage beschäftigt, ob wir den Film in 3D konvertieren sollen. Aber erst als ich Tim Burtons „Alice im Wunderland“ gesehen hatte, war ich mir sicher, dass dies auch für uns der richtige Weg war.
plan7: In den vergangenen Jahren gab es eine ganze Reihe von geplanten Fantasy-Trilogien wie „Eragon“ oder „Mitternachtszirkus“, die nach dem ersten Teil wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt wurden. Wie sicher sind Sie sich, dass Sie die Geschichte von Aang zu Ende erzählen dürfen?
Shyamalan: Gar nicht sicher. Die Entscheidung ist noch vollkommen offen. Wir haben von Anfang an gewusst, dass die Chance besteht, dass wir den zweiten und dritten Teil vielleicht nicht machen können. Allerdings ist der Film in den USA sehr gut gelaufen und ich bin zuversichtlich, dass er nun auch im Rest der Welt sein Geld einspielen wird. Deshalb hoffe ich doch sehr, dass ich bald einen Anruf erhalte, dass ich mit dem zweiten Teil loslegen darf.
plan7: Was haben Sie gedacht, als Sie erfuhren, dass „Die Legende von Aang“ in den USA gegen den Über-Blockbuster „Eclipse - Biss zum Abendrot“ starten wird?
Shyamalan: Das war ein echter Glücksfall für uns. Normalerweise sind die finanziellen Erwartungen an den ersten Teil einer Fantasy-Reihe total übertrieben. Ist das Einspielergebnis nicht gigantisch, gilt der Film gleich als Flop. Aber im Vergleich zu „Eclipse“, dem dritten Teil eines weltweiten Phänomens, waren wir plötzlich der Underdog. Und dafür haben wir uns wirklich gut geschlagen. Ohne den immensen Druck, der ansonsten auf dem Projekt gelastet hätte, konnte sich der Film so ganz ungestört sein Publikum suchen.