plan7: Sie gerieten kürzlich in die Schlagzeilen der Klatschmagazine, weil Sie die ungeheuerliche Überlegung äußerten, man könne ein Kleid auch zwei Mal tragen. Wie kamen Sie denn auf diese verwegene Idee?
Katherine Heigl: (Lacht) ... Ich gebe zu, dass ich da einen Lernprozess hinter mir habe. Ich werde nun mal viel fotografiert. Und auch ich war bisher der Meinung, ich könne unmöglich zwei Mal im selben Kleid über den roten Teppich gehen. Also habe ich meine Kleider nach einem öffentlichen Auftritt weggegeben. Was ist das für eine alberne Verschwendung!
plan7: Haben Sie Ihr heutiges Outfit auch schon mal getragen?
Heigl: Ja, vor zwei Wochen war ich in dieser Aufmachung zum Einkaufen in Malibu, und es existieren natürlich auch Fotos davon. Aber: Ich liebe dieses Outfit. Und es ist doch lächerlich, dass ich meine Lieblingssachen nicht mehr genießen darf, weil da irgendein seltsamer öffentlicher Druck existiert. Wenn ich jetzt mal etwas Einzigartiges für eine bestimmte Gelegenheit brauche, dann leihe ich es eben und gebe es wieder zurück. Alles andere ist dekadente Verschwendung. Nicht mit mir. Ich spiele das Spiel nicht mehr mit. Diese Regeln sind albern.
plan7: Ebenso offen reden Sie über die Dreharbeiten zu „Kiss+Kill“. Dürfen Sie das überhaupt?
Heigl: Ich lasse mir doch nicht den Mund verbieten! Eigentlich hatte ich ja beschlossen, ganz diplomatisch zu bleiben. Aber als der geschätzte Ashton Kutcher dann weniger diplomatisch plauderte, dachte ich mir, was für ihn gilt, das gilt ja wohl auch für mich. Ashton war sauer auf mich, weil ich meine Stunts nicht selbst machen wollte und mich doubeln ließ. Und er fing an, öffentlich Witze zu machen, nach dem Motto, für mich sei schnelles Laufen bereits ein Stunt. Das ist es doch auch. Schnelles Laufen ist gefährlich! Denn ich habe schlechte Füße und schwache Fußgelenke. Er hat die gesamten Dreharbeiten lang mit den Augen gerollt, weil er mich wohl zimperlich fand.
plan7: Sind Sie zimperlich?
Heigl: Nein! Aber stellen Sie sich einmal vor, Sie sollen 20 Mal über einen Zaun klettern. Im wirklichen Leben machen Sie das vielleicht ein Mal. Am Set muss die Kletterei aus allen möglichen Perspektiven gefilmt werden. Das ist gefährlich. Und ich habe keine Lust, mir wegen so einer Szene etwas zu brechen. Wenn ich mich ernsthaft verletze, müssen die Dreharbeiten ausgesetzt werden. Wissen Sie, wie teuer das ist? Ich möchte nicht das Geld und die Zeit anderer Leute verschwenden.
plan7: Im Film sieht man auch gar nicht, dass Sie nicht selbst durch die brennenden Reifen springen.
Heigl: Sehen Sie! Ich habe nämlich eine tolle Stuntfrau. Wir kennen uns jetzt seit 14 Jahren. Sie weiß, wie man all diese waghalsigen Sachen überlebt. Ich nicht. Ich finde es schon gefährlich genug, in High Heels über den roten Teppich zu gehen. Das ist eigentlich schon ein Stunt.
plan7: Finden Sie Ashton Kutscher komisch?
Heigl: Er hat einen guten Sinn für Humor, sein Timing ist perfekt. Doch, ich finde ihn komisch. Außerdem sieht der Mann auch noch gut aus.
plan7: Finden Sie sich komisch?
Heigl: Manchmal muss ich über mich lachen, wenn ich den fertigen Film sehe. Aber während der Dreharbeiten habe ich oft das Gefühl zu übertreiben. Zum Glück gibt es den Regisseur, der den Überblick behält. Vom Resultat bin ich jedenfalls häufig überrascht. Meine Faustregel: Wenn du darüber lachst, finden es die Zuschauer vielleicht auch komisch.