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KINO - INTERVIEW MIT AMY ADAMS

"Es gibt nichts, worin ich perfekt bin"

plan7: Mrs. Adams, in Ihrem neuen Film nimmt das Leben plötzlich eine überraschende Wendung. Vor fünf Jahren war Ihr Alltag sicherlich auch noch ganz ein anderer ...



Amy Adams: Ich denke schon, dass mein Leben eine komplett andere Richtung genommen hat. Und ich bin glücklich damit. Vor etwa fünf Jahren habe ich eigentlich aufgehört, darüber nachzudenken, wohin mein Leben führen wird.



plan7: Sie haben einmal zugegeben, ziemlich unordentlich zu sein. Streben Sie zumindest beruflich nach Perfektionismus?



Adams: Es gibt nichts, worin ich perfekt bin. Aber zumindest bemühe ich mich beruflich. Ich könnte eine Szene hundert Mal drehen und nicht aufhören. Ich will es unbedingt richtig machen. Mich kann das schnell verrückt machen, weil es in der Schauspielerei nicht einen richtigen Weg gibt, sondern verschiedene Wege, etwas darzustellen.



plan7: Wann erwarten Sie Ihr Baby?



Adams: Im Frühling.



plan7: Hat sich irgendetwas an Ihren Lebensgewohnheiten verändert, seit Sie schwanger sind?



Adams: Von dem, was ich gehört habe, gibt es keine gewöhnliche oder ungewöhnliche Schwangerschaft. Du empfindest es als eine einmalige und persönliche Erfahrung, dabei läuft es in jedem Körper gleich ab.



plan7: Wie steht es mit neuen Essgewohnheiten?



Adams: (lacht) Ich habe noch nie zuvor eine Erdbeere mit so viel Liebe angeschaut und ihr gesagt, wie lecker sie schmeckt. Und Mangos erst! Also ganz viel Obst. Und es geschieht wirklich nicht bewusst. Wenn ich Gelüste auf etwas anderes hätte, würde ich es essen. Manchmal will ich zum Beispiel nichts anderes als einen Milkshake.



plan7: Werden Sie sich eine Auszeit nehmen?



Adams: Ich habe zumindest nicht vor, eine schwangere Frau zu spielen. Ich hatte mir ohnehin vorgenommen, nach den letzten Dreharbeiten zu „The Fighter“ eine Pause einzulegen. Jetzt wird die Auszeit etwas ausgedehnt.



plan7: Wenigstens können Sie nun in aller Ruhe Filme sehen.



Adams: Ich habe mir in der Tat schon einige Filme angeschaut. Erst kürzlich habe ich „Precious““ gesehen - ein sehr bewegender Film. Und außerdem war ich sehr begeistert von „Up In The Air“. Es war erschütternd zu sehen, wie da reale Menschen über Entlassungen sprechen. Der Film veranschaulicht sehr gut, was derzeit in unserem Land tatsächlich geschieht. Natürlich nicht nur hier, sondern weltweit stehen Menschen tagtäglich plötzlich ohne Arbeit da.



plan7: Sie empfinden Mitgefühl ...



Adams: Natürlich. Ich kann verstehen, wie schwer es ist, sich eine Existenz aufzubauen, auf die man stolz sein kann - und dann plötzlich alles zu verlieren. Es kann jeden zu jeder Zeit treffen.

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Datum:  9.9.2010
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