Endlich mal eine gute Nachricht vom Kiez: Das Waffenverbot zeigt offenbar Wirkung. Im zweiten Halbjahr wurden von der Polizei nur halb so viele Waffen und gefährliche Gegenstände einkassiert wie im ersten Halbjahr. Auch beim Glasflaschenverbot will die Innenbehörde jetzt hart durchgreifen und droht Ladenbesitzern mit einem Glasverbot.
Seit einem Jahr ist das Waffenverbot in Kraft. 50 Beamte sind seitdem im Schnitt am Freitag sowie am Sonnabend auf der Reeperbahn im Einsatz und kontrollieren Kiezgänger. 226 "gefährliche Gegenstände" wurden so im ersten Halbjahr gefunden. Darunter fast 200 Messer sowie Knüppel, Schlagstöcke- und Ringe sowie Reizgas.
Von Juli bis Anfang Dezember wurden dagegen nur 129 Waffen sichergestellt. Zwar ist der Zeitraum einen Monat kürzer, aber die Tendenz ist für Innensenator Christoph Ahlhaus klar: "Unsere Maßnahmen zeigen Wirkung!" Er verspricht: "Die Kontrollen werden nicht nachlassen."
SPD-Innenexperte Andreas Dressel, der die Daten beim Senat abgefragt hat, fordert vom Senat weitere Verbotszonen an Brennpunkten und eine Entwaffnungsstrategie: "Waffen sind ein hamburgweites Problem. Wir brauchen zudem eine Kampagne, die bei den Schulen ansetzt, ähnlich wie Anti-Drogen-Offensiven." Zudem sei es "aberwitzig", dass es ausgerechnet auf dem Kiez so viele Waffenläden gibt.
Daran könne die Innenbehörde nichts ändern, sagt Sprecher Marco Haase. Ob es weitere Verbotszonen geben wird, prüfe der Senat zwar derzeit. "Aber die Kriminalität sinkt insgesamt in Hamburg. Es bringt nichts, jetzt weitere Brennpunkte herbeizureden."
Bleibt ein weiteres großes Problem auf dem Kiez: Die Glasflaschen, mit denen viele schwere Verletzungen verübt werden. Bislang ist außer runden Tischen wenig passiert. Im Februar ist der nächste geplant. Ziel des Senats: Kioske und Läden sollen auf Glasflaschen verzichten. Doch daran hält sich nur die Esso-Tankstelle. Doch jetzt will die Innenbehörde durchgreifen: Stoppen die Händler nicht den abendlichen Glasflaschen verkauf, soll es ein Verbot geben.
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