MOPONews
News

Keine freie Schulwahl

Eltern total verunsichert

Das ist ein Schock für viele Hamburger Eltern: In Zukunft soll vor allem die Schule darüber entscheiden, welches Kind fürs Gymnasium geeignet ist. CDU und GAL einigten sich darauf, dass nach Klasse sechs sogenannte "Diagnoseverfahren" - also Prüfungen - anstehen. Schneiden die Kinder gut genug ab, können sie aufs Gymnasium gehen. Wenn nicht, bleibt als Alternative die Stadtteilschule. Gehen Eltern gegen die Entscheidung an, so drohen ihrem Kind am Gymnasium Aufnahmeprüfungen und Probezeiten.



Damit ist der lange Zeit unantastbare Elternwille bei der Schullaufbahn nahezu außer Kraft gesetzt worden. Die neuen Pläne sorgten schon gestern bei Schulleitern für viele Anrufe verunsicherter Eltern. Sie wollten wissen, ob sie mit der Entscheidung für eine Grundschule nun auch schon unbewusst die Weichen für den weiteren Werdegang ihrer Kinder gestellt haben. Denn hier greifen zwei Reformen ineinander: Die neue sechsjährige Grundschule kann wie bisherige Grundschulen eigenständig sein. Oder sie ist von Beginn an an ein Gymnasium gekoppelt - und dann ist es möglicherweise viel einfacher, nach Klasse sechs auf dem Gymnasium zu bleiben.



"Gerade deshalb sehen wir die Gefahr, dass Eltern unter Druck geraten, schon zu Beginn der Grundschulzeit zu entscheiden, welche Schullaufbahn ihr Kind einschlagen soll", so GEW-Chef Klaus Bullan. Denn dann haben sie etwa beim Gymnasium schon mal den Fuß in der Tür. Auch die Elternkammer hat Bauchschmerzen beim neuen Konzept. Kammer-Sprecher Peter Albrecht: "Diese Einschränkung ihrer Rechte sehen unsere Eltern sehr kritisch." Gymnasien würden sich voraussichtlich Grundschulen zur Kooperation angeln, und die soziale Spaltung werde eher verstärkt. Albrecht: "Besser wäre eine intensive Beratung der Eltern vor der Wahl der weiterführenden Schule."



Auch der Deutsche Lehrerverband Hamburg (DLH) hat aus diesen Gründen Bauchschmerzen. Jan-Dirk Strauer: "Die Schulentscheidung muss vor der Einschulung getroffen werden oder mitten in der Pubertät, das ist nicht gut."



Viel positiver bewertet Angelika Fiedler vom Grundschulverband die Reformen. "Nach Klasse sechs konnten Eltern auch bisher nicht entscheiden, ob ihr Kind auf dem Gymnasium bleibt." (siehe Info-Kasten). "Zudem gibt es in Zukunft ja nicht mehr alle Schulformen." Denn wegen des Zwei-Säulen-Modells bleiben nur Stadtteilschulen und Gymnasien. Sie führen beide zum Abitur. Haupt- und Realschulen werden abgeschafft. Fiedler: "Eltern haben also höchstens die Wahl zwischen zwei Wegen zum Abitur - nach 12 oder nach 13 Jahren." Durch diese Konstellation sei es legitim, das Elternwahlrecht einzuschränken.

Weitere Meldungen News
Aus einem lauen Lüftchen kann bei der Katze Daniela ein Sturm der Leidenschaft werden.

Ein Max ist auf den Po fixiert, Danielas zicken auch im Bett: Namen sagen viel darüber aus, wie Männer und Frauen im Bett ticken.  mehr...

Es wird eng für Werner Mang: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den bekannten Schönheitschirurgen.

Schönheitschirurg Werner Mang sitzt mächtig in der Tinte. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Der Verdacht: Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung in 274 Fällen.  mehr...

Hugh Laurie wird nicht mehr als Gregory House vor der Kamera stehen.

Der skurrile Fernseh-Doc wird künftig nicht mehr über unsere Bildschirme flimmern: Die US-Serie wird abgesetzt, nach acht Staffeln werden keine weiteren Folgen mehr produziert.   mehr...

Datum:  12.4.2008
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken

Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?