Katharina Fegebank (31) ist jüngste Vorsitzende in der Geschichte der GAL. Sie wird die Grünen nicht nur zusammenhalten müssen, sondern im nächsten Jahr in den Bundestagswahlkampf führen. Wie sie das schaffen will, erklärt die Politologin im MOPO-Interview.
MOPO: Fehlen der GAL gute Leute, oder warum wird eine 31-Jährige, die erst vier Jahre Mitglied ist, Vorsitzende?
Fegebank: Also erstens sind wir gute Leute, auch wenn wir jung sind. Und zweitens ist es doch wichtig, dass wir das schaffen, was anderen Parteien zurecht als Versäumnis vorgeworfen wird: den Generationswechsel.
MOPO: Was wird das Schwierige in ihrem Amt?
Fegebank: Wir haben die Aufgabe, die Umsetzung des Koalitionsvertrages kritisch-konstruktiv zu begleiten. Gleichzeitig wollen wir das eigenständige Profil der GAL weiter entwickeln, vor allem im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf. Da müssen wir als starke Grüne ins Rennen gehen.
MOPO: Aber schon jetzt zeigt sich, dass die Eigenständigkeit durch Fraktions- und Koalitionsdisziplin stark eingeschränkt ist. Wird die Partei dann zur Teilzeit-Opposition außerhalb der Regierung?
Fegebank: Nein. Es war die Partei, die sich für den Koalitionsvertrag entschieden hat. Wir sind bereit, diesen Weg zu gehen.
MOPO: Die GAL hat sich schon häufiger gespalten, zuletzt 1999, als man an der Macht war. Wie wollen Sie ein neues Zerwürfnis verhindern?
Fegebank: Neues und Ungewohntes birgt immer ein Risiko. Damals scheint die Kommunikation in der Partei nicht gut geklappt zu haben. Unsere Mitglieder wollen wissen, was wann warum wie passiert. Wir begreifen uns im Vorstand als die zentrale Schnittstelle zwischen Fraktion, Partei, Bezirken und Regierung. Wir müssen vom Senat Antworten einfordern und gleichzeitig die Impulse unserer Basis an die Regierung weitergeben.
MOPO: Im nächsten Jahr wird es im Bund die Diskussion geben: Machen's die Grünen mit den Linken? Wie stehen Sie dazu?
Fegebank: Natürlich wird auch bei uns kontrovers über Schnittmengen und Unterschiede diskutiert. Aber in den Wahlkampf werden wir mit einem eigenen Profil gehen, danach entscheiden wie immer die Inhalte.
MOPO: Sie wollen sich also nicht klar positionieren?
Fegebank: Ich weiß nicht, in welche Richtung sich die Linke inhaltlich entwickelt. Bislang aber habe ich sie in Hamburg nicht als möglichen Koalitionspartner erlebt.
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