Politiker sind omnipräsent in Zeitungen, Fernsehen und Radio: Sie sind einfach da. Aber was hat all die Abgeordneten und Minister damals dazu gebracht, auf die Kandidatenkirmes zu gehen, sich von einer Partei aufstellen zu lassen? Auf Kampnagel untersucht nun, zwei Monate vor der Bürgeschaftswahl, ein "dramatisches Stadtmagazin" Leben und Streben von Hamburger Jungpolitikern. Die Macher von "Hamburg Empire" haben die Jugendorganisationen der Parteien eingeladen, und bis auf die Linkspartei sind sie dem Ruf gefolgt: Junge Union, Jusos, Julis und Grüne Jugend.
"Partei nehmen" - so der Titel des Abends - ist zwar dramaturgisch konzipiert und von Regisseur Martin Kreidt in Szene gesetzt, aber es wird kein Theater gemacht, sondern "echte" Menschen müssen sich in einer Umgebung außerhalb ihres angestammten Biotops beweisen, vor Publikum. So simulieren die drei- bis fünfköpfigen Parteigrüppchen etwa eine normale Sitzung, und werden dabei von den Moderatoren, dem Journalisten Christoph Twickel und dem Künstler Armin Chodzinski, immer wieder unterbrochen und befragt. Dann geben sie Statements ab zu eingeworfenen Fragen wie: "Ist das Private politisch?", "Singt ihr auch gemeinsam?" oder "Ist es gerechtfertigt, dass Fußballprofis so viel verdienen?". Erstaunlich zu sehen, wie schnell sie schon die Satzbausteine und Worthülsen der "Erwachsenen" parat haben - wenngleich meist noch etwas stockend. Es scheint: Die Politikmaschine frisst ihre Kinder.