Schwarze denken nur an Sex, und Weiße können nicht tanzen. Aber gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Charakter? Jedenfalls gibt es ein Stück, das versucht, dies herauszufinden: "Othello, c'est qui?". Wegen der großen Nachfrage ist es nun erneut in Hamburg zu sehen.
Shakespeares Klassiker "Othello" machte die Paarung zwischen weißer Frau und schwarzem Mann vor 400 Jahren unsterblich und berühmt. Zumindest in Europa und der westlichen Welt - in Afrika kennt nämlich kaum jemand den dunkelhäutigen Bühnenhelden. Ein Grund für das Künstlerpaar Monika Gintersdorfer und Knut Klassen, die Titelfigur einmal von Shakespeare zu trennen und auf die schwarz-weißen Kontraste zu reduzieren: Ist ein Farbiger vielleicht nur deshalb sexy, weil Hellhäutige in ihm immer noch den animalischen Wilden sehen wollen? Und passt jede weiße Frau allein wegen der Hautfarbe perfekt in das Beuteschema eines dunklen Mannes?
Dass noch heute die in Ruhe gereiften Vorurteile wirken, die schon zwischen Othello und Desdemona ein Happy End verhinderten, führen die beiden Schauspieler Cornelia Dörr und Franck Edmond Yao eindrucksvoll vor: Egal, wie viele Fragen über die Beziehung zwischen den Geschlechtern oder über zweifelhafte Ehre und Eifersucht gestellt und beantwortet werden, man bleibt sich fremd. Die weiße Frau kann am Ende tatsächlich nicht tanzen, und der schwarze Mann greift sie brutal an...