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KAMPF AN DER ELBTREPPE

Rettet die Altbauten

Schöner kann wohnen am Wasser nicht sein: Direkt im Donners Park, die Elbe vor der Haustür und dazu eine durchschnittliche Quadratmetermiete von 4,85 Euro. Noch leben die 32 Mieter an der Elbtreppe in Neumühlen unter paradiesischen Zuständen. Doch die SAGA will vier der mehr als 120 Jahre alten Häuser abreißen. Ihr Urteil: Die schlichten Putzbauten sind völlig marode und zum Teil einsturzgefährdet.



Seitdem die Pläne des Unternehmens bekannt sind, stehen die Mieter vor der Entscheidung: kaufen oder nicht? Die geplanten Neubauwohnungen zu höheren Konditionen mieten oder das Kleinod um jeden Preis erhalten? Noch klammern sie sich an letztere Variante.



"Für mich ist das Vorgehen der SAGA reine Geschäftemacherei", klagt Susanne Gerriets. Das Angebot des Unternehmens, das Grundstück für 3,6 Millionen Euro zu kaufen, lehnt sie wie die anderen Mieter ab. "Das wären 3000 Euro pro Quadratmeter", klagt die Künstlerin. Die Bewohner haben dem Unternehmen 960000 Euro geboten. Auf einen gemeinsamen Nenner kommt man damit nicht.



Dazu kommt, dass die Bewohner das Gutachten der SAGA mit einem eigenen Gutachten widerlegen wollten. "Darin heißt es, dass sich das Problem mit einer Erdaufschüttung beheben lässt. Das kostet vielleicht 4000 Euro", sagt Gerriets.



Den Vorwurf der Geschäftemacherei weist SAGA-Sprecher Mario Spitzmüller zurück. Das Unternehmen macht sich auf die Suche nach Alternativen . "Auf der letzten Versammlung haben wir den Anwohnern eine Wohnanlage mitten in Ottensen angeboten. Dort werden gerade elf Wohnungen modernisiert."



Noch sträuben sich die Mieter. Und bekommen prominente Unterstützung: Schauspieler Peter Lohmeyer und Regisseur Fatih Akin sorgen sich um den Erhalt der Häuser, die zwischen 1850 und 1880 an den Hang gebaut wurden. "Das ist einfach ein Ort, den ich mir gerne ansehe, an dem ich mich gerne aufhalte", schwärmt Lohmeyer.



Ob die eindringlichen Appelle helfen? Der Bauausschuss hat zuletzt ein neutrales drittes Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wie gut oder schlecht die Bausubstanz wirklich ist.



Aus SAGA-Kreisen ist zu hören, dass ein Ende der maroden Häuser so gut wie sicher ist. Neubauten mit bodentiefen Fenstern und Balkonen sind geplant. Vom Innenhof soll man künftig direkt auf die Elbe sehen können. "Dort, wo jetzt eine Ruine steht, kommt auf keinen Fall wieder eine Ruine hin", heißt es.



Sollten die Mieter in den Wohnungen bleiben, wird sich ihre Miete damit langfristig deutlich erhöhen. Spätestens dann wäre der günstige Wohntraum wohl ausgeträumt.

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Datum:  9.9.2006
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