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KAMMERSPIEL

Hwal - Der Bogen

Die Story: Ein alter Mann lebt auf seinem Fischerboot alleine mit einem 16-jährigen Mädchen. Seit er es im Alter von sechs Jahren bei sich aufnahm, hat es das Boot nicht verlassen. An ihrem 17. Geburtstag will der Fischer die junge Frau heiraten. Doch als sie sich in einen Studenten verliebt, der zum Angeln aufs Boot kommt, ist es aus mit der vermeintlichen Hochsee-Idylle.



Die Schauspieler sind bei uns so gut wie unbekannt - abgesehen vielleicht von der Darstellerin des Mädchens: Han Yeo-Rum spielte bereits in "Samaria", ebenfalls unter der Regie von Kim Ki-Duk.



Der Regisseur: Kim Ki-Duk ("Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling") ist zweifellos einer der erstaunlichsten Regisseure der Gegenwart. Der Autodidakt aus Südkorea hatte seinen Lebensunterhalt unter anderem als Fabrikarbeiter, Marineoffizier und Kunstmaler verdient, ehe er Mitte der 90er Jahre mit 35 begann, Filme zu drehen, die er selbst schrieb, inszenierte, produzierte und schnitt - und zwar in atemberaubendem Tempo: Jedes Jahr überraschte er mit mindestens einem neuen Werk. Darunter nicht etwa ein Haufen Ausschussware, sondern ausschließlich sehenswerte Filme, die auf die renommiertesten Festivals eingeladen und preisgekrönt wurden. So gewann Kim bei der Berlinale 2004 den Silbernen Bären für "Samaria" und noch im selben Jahr (!) den Silbernen Löwen in Venedig für sein Meisterwerk "Bin Jip".



Herausragendes Charakteristikum seiner außergewöhnlichen Filme: eine faszinierende Mischung aus zarter Poesie und schockierender Grausamkeit, die auch sein zwölftes Werk "Hwal - Der Bogen" prägt. Der höchst sinnliche Film kommt fast ohne nacktes Fleisch und mit ganz wenigen Requisiten aus: allen voran natürlich der Titel gebende Bogen, dem der alte Mann nicht nur wunderbare Melodien entlockt, sondern der ihm auch als Orakel dient - und als tödliche Waffe, als Symbol für seine Stärke. Nur den Spannungsbogen hat Kim Ki-Duk in seinem ruhig und meditativ erzählten Film diesmal ein wenig vernachlässigt. Doch er vergisst nie, dass Filmemachen zuallererst Erzählen in Bildern bedeutet - und er hat ein fantastisches Gespür für Bilder, die auch in seinem neuen Film eine geradezu archaische Kraft entwickeln: Nahezu ohne Worte skizziert er die Beziehung zwischen dem alten Mann und dem Mädchen - ein raffiniertes Geflecht aus Begierde und Zuneigung, Sadismus und Zärtlichkeit, Eifersucht und Trotz, Machterhaltungstrieb und Freiheitsdrang.

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Datum:  27.7.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“