Noch herrschen Hasen, Rehe, Kormorane und die seltene Krickente auf der Halbinsel Kaltehofe. Menschen nutzen das verwunschene Areal des historischen Rothenburgsorter Wasserwerks eher selten. Das soll sich jetzt behutsam ändern: Der Senat plant 2008 den Landschaftspark "Wasser- und Naturkunst Kaltehofe" zu eröffnen.
"Seit Jahren wartet hier ein landschaftlicher Rohdiamant auf den Schliff in Form einer behutsamen Erschließung. Das wird eine Ausflugsadresse erster Güte", so Volker Dumann von der Umweltbehörde. Einzelheiten wollte er nicht verraten. Die MOPO bekam die Details trotzdem heraus: Ein 50 Meter hoher Aussichtsturm wird errichtet. Eines der 21 alten Becken soll als Modellbootteich, ein anderes als Planschbecken und im Winter als Eisbahn genutzt werden.
Die "Villa", in der früher Hygieniker arbeiteten, wird umgebaut und steht für gastronomische und kulturelle Nutzung offen. Bis dahin sollen Autos fahren dürfen. Mehrere Millionen Euro pumpt Eigner "Hamburg Wasser" in das geschichtsträchtige Areal zwischen Norderelbe und Billwerder Bucht. Als 1892 die Cholera in Hamburg wütete, war das Wasserwerk noch im Bau. 1893 konnte es fertiggestellt und damit die Wasserqualität in Hamburg deutlich verbessert werden. Unsauberes Trinkwasser war die Ursache der Cholera. Noch bis 1990 nutzten die Wasserwerke die Halbinsel. Dann wurden Wohnungen geplant. Doch der Plan musste verworfen werden - wegen Emissionen der Norddeutschen Affinerie, die kaum einen Kilometer entfernt ist.