Ein paar Mal schwarzfahren, und man landet für Wochen oder Monate im Knast ... Das gibt’s doch nicht? Das gibt’s wohl – in Hamburg! In unserer Stadt wanderten im vorigen Jahr 623 Menschen wegen dieser Kleinigkeit hinter Gitter! Tendenz steigend.
Die Abgeordnete Christiane Schneider (Linke) hat jetzt in einer Anfrage an den Senat die Zahlen ans Licht gebracht: Im vorigen Jahr verbüßten 623 Personen eine Freiheitsstrafe wegen „Beförderungserschleichung“, im Jahr 2008 waren es „nur“ 459 Personen. Besonders erschreckend: 2009 wurden eigentlich nur knapp 150 Personen wegen wiederholter Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ohne Ticket zu Gefängnisstrafen verurteilt. „Gesessen“ haben aber mehr als vier Mal so viele! Erklärung: Viele Menschen konnten aus finanzieller Not die saftigen Geldstrafen (ebenso wie zuvor die teuren Tickets) nicht bezahlen und haben es deshalb vorgezogen, einzusitzen.
Doch dieses Phänomen ist keineswegs nur aufs Schwarzfahren beschränkt: In Hamburgs Gefängnissen schmorten 2009 insgesamt 1813 Gefangene, die eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen (2008: 1347). Diese Menschen konnten oder wollten Bußgelder nicht bezahlen oder Arbeit nicht ableisten und mussten deshalb ins Gefängnis.
Fast die Hälfte dieser Gefangenen „sitzt“ kürzer als sechs Monate, der Rest meist zwischen sechs und zwölf Monaten. Der Steuerzahler blecht: Ein Häftling schlägt pro Tag alles in allem mit 133 Euro zu Buche.
Auch in Berlin mit seinen gut 340000 erwischten Schwarzfahrern jährlich (Hamburg: 220000) sitzen viele lieber eine Strafe ab, als zu zahlen. Dort kostet dies den Steuerzahler jährlich 4,5 Millionen Euro. In Hamburg dürften sich die Kosten geschätzt auf etwa zwei Millionen Euro belaufen.
Schneider: „Es besteht Handlungsbedarf: Wir brauchen eine Entkriminalisierung von Bagatelldelikten. Das Geld, das die Gesellschaft für diese Art der Inhaftierung ausgibt, könnte sie sinnvoll in der Bekämpfung von Armut und für Suchtprävention ausgeben.“
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?