Als ARD-Moderator Jörg Schönenborn auf der Leinwand die Worte "FDP" und die Zahl "15" in den Mund nimmt, ist kein Halten mehr. Der Veranstaltungsraum bei "Bobby Reich" an der Alster verwandelt sich in eine gelb-blaue Jubelhochburg. Für Schönenborn interessiert sich keiner mehr.
Der Hamburger FDP-Spitzenkandidat Burkhardt Müller-Sönksen ist aufgesprungen, umarmt Frau und Tochter. Von hinten ertönen rhythmische Rufe: "Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin!" Langsam kommt Schönenborns Stimme wieder durch. Auf die Nachricht, dass Schwarz-Gelb voraussichtlich ohne Überhangmandate eine Mehrheit hat, folgt ohrenbetäubender Jubel. FDP-Fähnchen durchfächeln die etwas stickige Luft. Müller-Sönksen schnappt sich das Mikrofon: "Das ist ein historisches Ergebnis für die FDP", versucht er die Parteifreunde zu übertönen. Doch die "Berlin, Berlin"-Rufe sind erst einmal lauter.
Schon nach den ersten Hochrechnungen ist die Stimmung gelöst: überall strahlende Gesichter, Bier, Wein und Würstchensuppe. Mehr als 300 FDP-Anhänger sind zur Wahlparty an die Außenalster gekommen - zu erkennen an den gelben Papier-Armbändern. Nicht nur Kostüme und Sakkos, auch Jeans und Kapuzenpullover sind zu sehen. Nachdem Müller-Sönksen aus dem Rathaus zurückgekehrt ist, ruft er seinen Parteifreunden zu: "Ab morgen wird zurückregiert."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?