Johannes Liebnau hatte es nochmals betont. „Ihr habt es in der Hand, ob ich wählbar bin oder nicht“, rief er den Mitgliedern zu. Ein „Capo“, ein Fan-Einpeitscher im Aufsichtsrat? Die HSV-Gemeinde war dagegen. 1460 Stimmen in Wahlgang eins (Rang zehn), nur 1262 im zweiten. „Sicher hat es meine Chancen geschmälert, dass ich weiter in der Kurve stehen werde“, bilanzierte Liebnau. „Aber mir ist es wichtiger, dass ich mich nicht verbogen habe.“
Die Supporters wurden abgestraft. Der Verdacht, irgendwann Klubboss Bernd Hoffmann an den Kragen zu wollen, belastete zu sehr. Manfred Ertel (1054 Stimmen), Ingo Thiel (997) und Anja Stäcker (846) blieben komplett chancenlos, am meisten jedoch überraschte Liebnaus Scheitern. „Die Mitglieder haben so entschieden, das akzeptiere ich“, erklärte der 26-Jährige – und gab sich sofort wieder kämpferisch: „Das Kapitel ist geschlossen, aber das Buch ist nicht zu. Wir haben 2009, ich bin noch jung – da wird ganz sicher noch einiges passieren.“
Frühestens in zwei Jahren. Dann werden zwei Mitglieder des Rates neu gewählt.