Vielleicht sollte er auch auf dem Platz öfter mal abdrücken - so schlecht dürften die Erfolgsaussichten nicht sein. Satte vier Mal lochte Jerome Boateng an der ZDF-Torwand ein, es war der Abschluss seines geglückten "Sportstudio"-Auftritts. "Es hat Spaß gemacht", ließ der 21-Jährige wissen, der gleichermaßen Werbung für sich und den HSV betrieb.
Eine richtig nette Anekdote hatte Boateng sogar parat. Im Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein schilderte er sein erstes Aufeinandertreffen mit Ruud van Nistelrooy. "Ich ging bei den Physios rein, und da lag er. Dann habe ich ihn erst mal nur angeguckt." Fast schon andächtig, "ich habe ihn ja früher an der Playstation immer in meine Mannschaft genommen". Und nun wusste der leibhaftige Ruud sogar auf Anhieb, wen er vor sich hatte: "Er sagte sogar meinen Spitznamen: ,Hey, Boa, alles klar?'"
Für Boateng ein besonderes Erlebnis. So wie sein Auftritt im ZDF. Gut präpariert offenbarte sich der Nationalspieler einem Millionenpublikum, plauderte über seine WM-Chancen und die mögliche Vertragsverlängerung in Hamburg. "Der HSV bleibt mein erster Ansprechpartner", stellte Boateng nochmals klar.
Nach wie vor laufen die Gespräche, der HSV, das hatte Trainer Bruno Labbadia zuletzt bekräftigt, hofft auf eine zügige Lösung. Wäre gut, denn weiterhin hält Boateng das Heft des Handelns in der Hand. Im Sommer könnte er den Verein für die festgeschriebene Ablöse von zwölf Millionen Euro verlassen. Arsenal, Inter Mailand, ManU, ManCity und die Bayern klopften schon an - Jerome könnte dem Buhlen mit seiner Unterschrift beim HSV ein Ende setzen.