Mit dem Abpfiff der Partie gegen Hapoel Tel-Aviv kam der Weihnachtsmann aufs Spielfeld gelaufen. Er trug einen dunkelgrauen Anzug, hatte den Bart abgestreift und, oh Wunder, sprach in hessischem Dialekt. Jerome Boateng wird das alles nicht weiter irritiert haben. Zu schön war das Geschenk, das Bruno Labbadia überbrachte.
Der Trainer wusste schon am Donnerstag Bescheid. "Joachim Löw hat mir am Telefon mitgeteilt, dass er Jerome nominieren wird", so der 43-Jährige. "Ist doch klar, dass ich es ihm nach dem Spiel dann sofort erzählt habe." Boateng ist dabei, wenn Deutschland in Russland (10. Oktober), spätestens aber vier Tage später in Hamburg gegen Finnland das WM-Ticket lösen will. Früher als erwartet zählt er zum erlauchten Kreis. Aber vollauf verdient. "Es ist die logische Konsequenz, dass er nun den nächsten Schritt machen soll", so Löw nach den seit Monaten starken Leistungen des U21-Europameisters. Labbadia sieht es ähnlich: "Es freut mich für Jerome, weil er sich sehr gut entwickelt hat. Und es ist ein Ansporn. Weil er sieht, dass sich Leistung lohnt."
Überaus cool ("So ist er nun mal") habe Boateng die Nachricht seines Trainers aufgenommen. "Aber natürlich freue ich mich wahnsinnig", ließ der 21-Jährige wissen. "Herr Löw hat mir am Telefon gesagt, dass ich es mir verdient habe." Heute der Auftritt mit dem HSV in seiner Heimatstadt Berlin. Vielleicht ja das erste Länderspiel in Hamburg. Jeromes Festwochen können beginnen!