Seit Jahren gibt es das nicht offiziell angemeldete Schanzenfest. Und seit Jahren ist es das gleiche Spiel. Nachdem tagsüber tausende Anwohner gefeiert haben, kommt es abends zu Krawallen. Das "Ritual" wurde auch Sonnabend wieder durchgeführt. Sieben Stunden lang gab es heftige Ausschreitungen in der Sternschanze. Das Protokoll der Straßenschlacht:
Gegen 6 Uhr: Die Aufbauarbeiten der rund 500 Stände und Musikbühnen beginnen. Die Polizei sperrt das Schulterblatt teilweise für den Verkehr.
Bis 21 Uhr: Etwa 8000 Besucher feiern friedlich auf dem Schanzenfest.
21.05 Uhr: Schaufenster an der Ludwigstraße und Schanzenstraße werden demoliert. Kurz danach brennen vereinzelt Müllcontainer und kleinere Barrikaden.
22.50 Uhr: Vor der Haspa-Filiale am Schulterblatt brennt eine Barrikade. Die Flammen schlagen meterhoch in den Himmel. Die Polizei rückt mit Wasserwerfern an. Steine und Flaschen fliegen.
Mitternacht: Rund 15 Protestler greifen an der Kreuzung Altonaer Straße/Weidenallee Polizisten an, die den Verkehr regeln. Auch ein Streifenwagen wird zertrümmert.
0.30 Uhr: Unbekannte werfen an der Max-Brauer-Allee Gegenstände auf Passanten und vorbeifahrende Autos. Zudem wird die Heckscheibe eines BMW eingeschlagen.
1.20 Uhr: Als Beamte an der Bartelsstraße ein Feuer löschen, werden sie von rund 100 Protestlern angegriffen und mit Flaschen und Steinen beworfen.
1.50 Uhr: Ein Audi Kombi brennt an der Eimsbütteler Chaussee.
Bis 3.30 Uhr: Barrikaden im gesamten Viertel brennen. An der Straße Hohe Weide wird ein Auto angezündet, an der Thadenstraße brennen eine Telefonzelle und ein Dixi-Klo.
Die Bilanz: 18 Personen, darunter elf Polizisten, erlitten Verletzungen. 38 Protestler wurden wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung vorläufig festgenommen. 19 Krawallmacher kamen in Gewahrsam. Insgesamt waren 950 Beamte im Einsatz.
"Offensichtlich ist diese sinnlose Gewalt schon zu einer traurigen Tradition geworden. Aus polizeilicher Sicht können wir nur mit starken Kräften reagieren. Verhindern lassen sich diese Krawalle kaum", sagt Polizeisprecher Ralf Meyer. Auch das Verbieten des Festes würde vermutlich keinen Sinn machen. "Die Probleme hatten mit dem Fest an sich nichts zu tun", so Meyer.
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