1964 und 1965 starben zwei Gefangene in der "Glocke" - der Isolierzelle des Untersuchungsgefängnisses am Holstenglacis. 1972 starb der Betrüger Abdel Kader dort festgeschnallt auf einer Pritsche. Die Todesursache: ersticken. Die Fesselung hatte dem 24-Jährigen den Brustkorb eingeschnürt. Wegen dieses Skandals trat der damalige Justizsenator Ernst Heinsen (SPD) zurück. Im Jahr 2000 deckte die MOPO auf, dass wiederum im Untersuchungsgefängnis der 28-jährige Alberto M. vier Tage auf einem "Fesselbett" verbracht hatte. Der Dieb war dort von Justizbeamten "vergessen" worden. Erst durch die Intervention einer Ärztin kam der Mann frei.
Justizsenatorin Lore-Maria Peschel-Gutzeit (SPD) ordnete daraufhin die Überprüfung der "Fesselpraxis" an.