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Interview Tina Fey

"Das Filmbusiness ist sehr männerorientiert"

«Date Night - Gangster für eine Nacht»: Eine Verwechslungskomödie

In Amerika ist Tina Fey längst ein Superstar. Sie prägte die US-Comedy-Landschaft als Drehbuchautorin, Produzentin und Schauspielerin und erntete dafür sagenhafte sieben Emmys und drei Golden Globes. Durch ihre Sarah-Palin-Parodie während des US-Wahlkampfes wurde sie übers Internet auch hierzulande bekannt. Nach dem Erfolg ihrer TV-Serie "30 Rock", erobert die 39-Jährige nun mit "Date Night" die große Leinwand.



plan7: Mrs. Fey, kann man lernen, lustig zu sein?



Tina Fey: Man kann durchaus Sachen hinzulernen, vor allem wenn es ums Improvisieren geht, aber ein gewisses Talent für Komik muss man wohl auch mit in die Wiege gelegt bekommen.



plan7: Woher wissen Sie, ob etwas wirklich komisch ist?



Fey: Ich habe jahrelang als Komikerin live auf der Bühne gestanden und durch die Reaktionen des Publikums ein gutes Gespür dafür bekommen. Beim Drehen eines Films ist man aber auf sich allein gestellt, da muss man einfach seinem Instinkt vertrauen.



plan7: Während des Wahlkampfes parodierten Sie in der Comedy-Show "Saturday Night Live" Sarah Palin und erlangten dadurch Berühmtheit. Wird man Sie je wieder in dieser Rolle sehen?



Fey: Ich werde dort bald wieder als Gast auftreten und bin mir sicher, dass wir uns etwas Witziges zu Sarah Palin einfallen lassen.



plan7: Haben Sie nicht langsam die Nase voll von dieser Rolle?



Fey: Nein, ich habe Palin doch erst sechs Mal gespielt! Und, hey, ich bekomme jedes Mal 400 Dollar dafür. Warum sollte ich damit aufhören?



plan7: Wie reagieren Sie darauf, wenn Ihnen jemand sagt, dass Sie genau wie Sarah Palin aussehen?



Fey: Ich fasse es als Kompliment auf, denn schließlich war die Dame eine echte Schönheitskönigin.



plan7: Sie haben vor Kurzem das Cover der amerikanischen "Vogue" geziert. Ist damit ein Traum für Sie in Erfüllung gegangen?



Fey: Nein, es ist mir nie in den Sinn gekommen, davon auch nur zu träumen. Ich hätte es für realistischer gehalten, dass ich eines Tages an der Männer-Fußballweltmeisterschaft teilnehmen werde.



plan7: Haben Sie sich geehrt gefühlt, dass man Sie anstelle der üblichen jungen Hollywoodstars auserwählt hat?



Fey: Wollen Sie wissen, ob ich überrascht war, dass man eine kleine, alte Frau für das Cover fotografiert hat?



plan7: So sollte das nicht klingen.



Fey: Na gut, es hat in gewisser Weise Spaß gemacht. Aber ich war auch ziemlich aufgeregt und sicher, dass es in die Hose gehen wird.



plan7: Warum gibt es so wenige erfolgreiche Komikerinnen? Fühlen sich Männer von Ihnen eingeschüchtert?



Fey: Immer mehr Frauen interessieren sich für Improvisationskomik, da wird es wohl bald einen Umbruch geben. Einige der berühmtesten US-Comedy-Hits basieren auf weiblichen Hauptrollen: Roseanne, Die Mary Tyler Moore Show oder etwa Carol Burnett. Aber das Filmbusiness ist leider immer noch eine sehr männerorientierte Industrie.

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Datum:  15.4.2010
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