Erstmals unterstützt der Rapper Samy Deluxe die Messe Einstieg. Nicht nur durch seine Musik hat sich der 32-Jährige einen Namen gemacht: Seit zwei Jahren engagiert sich der Hamburger mit sudanesischem Vater beim „Crossover e.V.“ und bekämpft dort Vorurteile unter Jugendlichen. Die MOPO sprach mit Samy Deluxe:
MOPO: Wenn Sie an den Beginn Ihrer Karriere denken: Was sind die wichtigsten Eigenschaften, um voranzukommen?
Samy Deluxe: Für mich sind die wichtigsten Werkzeuge ein gesundes Selbstbewusstsein und der nötige Biss, dass Beste aus seinen Talenten zu machen. Außerdem halte ich Neugierde und die Fähigkeit, über seinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen, für extrem wichtig.
MOPO: Sie sind heute einer der bekanntesten Rapper in Deutschland. Beschreiben Sie uns doch kurz, wie Ihr Berufsweg aussah?
Deluxe: Ich habe während der Schulzeit schon gemerkt, dass HipHop meine wirkliche Leidenschaft ist. Ich habe nicht nur gerappt, sondern alles drumherum ausprobiert. Als ich gemerkt habe, dass ich eine realistische Chance habe, auch Geld mit Rap Musik zu verdienen, habe ich Tag und Nacht an meinen Reimen und meiner Technik gefeilt. Ich habe viele Stationen in meiner Karriere durchgemacht und bin noch immer nicht bereit, mich darauf auszuruhen. Letztes Jahr hat mir gezeigt, dass es so viel gibt, was mir Spaß macht und was ich auf meinem Berufsweg noch mitnehmen möchte. Ich habe zu meinem Album „Dis wo ich herkomm“ auch noch ein Buch geschrieben, ein Fernsehformat und eine Talkshow mit konzipiert.
MOPO: Bei der Wahl des Berufes: Was sollte Ihrer Meinung nach den Ausschlag geben, persönliche Vorlieben oder eher eine pragmatische Orientierung am Arbeitsmarkt?
Deluxe: Es sollte schon eine gesunde Mischung sein. Es bringt nicht viel, persönliche Vorlieben zu verfolgen, wenn man trotz vollen Einsatzes keine Chancen erkennt. Etwas Pragmatismus ist notwendig. Spätestens dann, wenn man selber Verpflichtungen hat. Allerdings sollten junge Menschen die Chance bekommen, ihre Talente zu entdecken und auszuprobieren.
MOPO: Die von Ihnen mitgegründete Initiative „Crossover“ will über Musik und Sport die Kommunikations- und Teamfähigkeit von Mädchen und Jungen ausbauen. Wie geschieht das konkret?
Deluxe: Wir gehen mit unseren Coaches in Schulen und unterrichten Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen und Schulformen gemeinsam. Als Erstes müssen die Schüler lernen, sich aufeinander einzulassen. Das machen wir mit unseren Team-orientierten Basketball-Workshops. Teamfähigkeit ist sehr wichtig im späteren Leben. Auch ich arbeite nicht alleine, sondern muss mich auf alle möglichen Leute verlassen können: mein Management, die Musiker und Techniker, mit denen ich arbeite. Das ist ein Prozess, der vielen schwerfällt. Nach den Bball-Kursen mache ich oft Rap-Workshops, in denen 60 Kids miteinander einen Text schreiben müssen. Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen Meinungen zu besprechen. Das ist nicht immer leicht.
MOPO: Sie sind als Halbsudanese gerade auch für Ausländer in Deutschland ein großes Vorbild. Nutzen Sie diese Vorbildfunktion, um Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu helfen?
Deluxe: Ja, das versuche ich. Eigentlich mache ich da ungern einen Unterschied, wobei mir auch klar ist, dass es sehr spezielle Fragen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt, die ihnen nicht jeder glaubwürdig beantworten kann. Da fühle ich mich schon in der Pflicht.
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