Was reizt Menschen aus dem Westen, darunter Promis wie Richard Gere und Tina Turner, am Buddhismus? Professor Peter Antes, Religionswissenschaftler an der Uni Hannover, erklärt es:
MOPO: In den 80ern und 90ern erlebte der Buddhismus einen Boom. Wie sieht es heute aus?
Prof. Peter Antes: Er ist nicht mehr so sehr im Gespräch wie früher. Wir erleben zur Zeit eine schleichende Buddhistisierung des Westens. Viele Menschen praktizieren den Buddhismus, bleiben aber Christen.
MOPO: Was macht diese Religion so faszinierend für Leute aus dem Abendland?
Antes: Der Buddhismus bietet spirituelle Erfahrung ohne Gottesbezug. Als Westler möchte man sich nichts schenken lassen, sondern alles selber machen. Und die meisten buddhistischen Richtungen versprechen Erlösung, die nicht auf der Gnade eines Gottes, sondern auf Eigeninitiative beruht.
MOPO: Wie sieht diese Eigeninitiative konkret aus?
Antes: Der Weg zur Erlösung führt über die Meditation, die neue Erfahrungswelten eröffnet. Das ist medizinisch nachweisbar: Glückshormone werden ausgeschüttet, die Hirnströme verändern sich - vergleichbar mit dem Einfluss von Drogen.