MOPO: War die gestrige Konferenz überfällig?
Vogel: Sie ist notwendig, weil sich in der Frage der sozialen Spaltung von Armut und Reichtum in der Stadt einige Themen verändert haben.
MOPO: Welche?
Vogel: Wir müssen von diesem schematischen Denken wegkommen, dass es die armen Stadtteile auf der einen und die reichen auf der anderen Seite gibt. Hamburg ist zwar ein Prototyp einer in arme und reiche Wohngebiete gespaltenen Stadt.
MOPO: Was ist daran neu?
Vogel: Neu ist das Vordringen von Abstiegsängsten, konkreten Abstiegserfahrungen und Armutsgefährdung in Stadtteile hinein, die im klassischen Sinne Mittelstandsquartiere sind. Dort beginnen sich bestimmte soziale Probleme zu konzentrieren, und auch die Armutsgefährdung nimmt dort zu. Das Problem ist also insgesamt komplizierter geworden.
MOPO: Die Armutsquote in Hamburg hat in den vergangenen Jahren abgenommen...
Vogel: Ich gestehe zu, dass einiges an städtischen Initiativen greift. Aber wir können uns nicht mehr nur darauf konzentrieren, dass es eine wachsende Armut als zentrales Problem gibt. Armut ist differenzierter geworden.
MOPO: Inwiefern?
Vogel: Nehmen wir den Trend, dass es gelungen ist, in Armutsquartieren bestimmte Negativspiralen aufzufangen und eine Verbesserung der Wohnsituation, der Arbeitssituation und der Integration herzustellen. Aber auf der anderen Seite strahlt Armut immer weiter aus in den Bereich der Mittelschicht.
MOPO: Klassisch arme und wohlhabende Wohngebiete gibt es bald nicht mehr?
Vogel: Doch. Aber verschärft hat sich die Situation der Gruppe, die immer tiefer rutscht, aber nicht die Armutsgrenze unterschreitet. Es entsteht so eine Art Zwischenzone: Nicht die klassische Armutspopulation, aber auch nicht mehr die gesicherte Wohlstandsposition.
MOPO: Was ist zu tun?
Vogel: Es muss mehr politische Aufmerksamkeit für die Stadtteile geben, die nach außen hin erst mal unauffällig sind. Aber wo die Menschen darum kämpfen, nicht abzusteigen.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?