Nun setzen Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost (35) in "Hot Fuzz" noch einen drauf. Vor allem Nick Frost kann in der Rolle des biederen Dorfpolizisten komödiantisch so richtig aus dem Vollen schöpfen.
Plan7: Hatten Sie ein Vorbild für Danny Butterman?
Frost: Ich habe sehr lange Hunde beobachtet, weil ich die Figur anlegen wollte wie einen Labrador oder deutschen Schäferhund. Mit der gleichen Loyalität zu ihrem Herrchen, wie es Hunde nun einmal an sich haben ...
Plan7: Simon Pegg, Ihr "Herrchen" im Film, ist gleichzeitig Ihr bester Freund. Man munkelt, dass Sie sich gegenseitig sogar einmal das Leben gerettet hätten.
Frost: Simon und ich kennen uns seit mehr als 15 Jahren. Es stimmt schon, dass wir sehr eng befreundet und beide durch Höhen und Tiefen gegangen sind. Irgendwann haben wir auch schon einmal fast ein Jahr in einem heruntergekommenen Londoner Apartment in einem Bett geschlafen, weil es uns ziemlich dreckig ging. So etwas schweißt zusammen. Das mit der Lebensrettung klingt schon ziemlich heroisch. Die Sache war einfach die: Wir waren jung, voller Tatendrang und Kreativität und haben pausenlos Rückschläge einstecken müssen. So was macht auf Dauer depressiv. Wir haben uns damals gegenseitig da herausgeholfen. Irgendwie stimmt es schon, dass wir uns das Leben gerettet haben. Wer weiß, wie das sonst ausgegangen wäre.
Plan7: Dabei waren Sie ja eigentlich Kellner und nicht Schauspieler.
Frost: Stimmt. Fast zehn Jahre lang sogar. Schauspielerei stand bei mir auch gar nicht auf der Wunschliste. Schreiben ja, aber nicht spielen. Bis man mich überredet hat, es doch einfach einmal zu versuchen. Das war vor einigen Jahren und ich habe einiges ausprobiert - von der Sitcom über Stand-up, bis hin zum Kinofilm.
Plan7: Mit Erfolg! Betrachten Sie es mehr als Job oder als Leidenschaft?
Frost: Leidenschaft wäre jetzt übertrieben, so weit fühle ich mich vom Bedürfnis zu spielen noch nicht abhängig. Aber nur Job ist es auch nicht, dazu kann ich mich zu gut dabei verwirklichen. Mir macht es Spaß, und ich bin auch ein wenig stolz, wenn ich sehe, dass das, was ich mache, auch anderen Spaß bereitet. Jeder von uns braucht doch irgendwie Bestätigung im Leben.
Plan7: Es sieht es so aus, als hätten Sie sich aufs Komödiantische festgelegt.
Frost: Ich würde eine ernste Rolle jetzt nicht ausschließen. Aber was ist so schlecht an Komödie? Im Prinzip ist es die schwierigste der ganzen Möglichkeiten. Gerade in einer Zeit, in der die platten Witze überhandnehmen, wird es immer schwieriger, das Publikum mit intelligenten Gags zum Lachen zu bringen. Aber es ist auch so, dass nicht jeder Gag immer zündet, und deshalb setzen wir in unseren Filmen ganz bewusst auf eine fundierte Story. Damit in solchen Momenten keine Langeweile aufkommt.
Plan7: Sie sind ja nicht nur mit Simon Pegg befreundet, sondern Sie beide auch mit Edgar Wright, dem Regisseur. Kann man sich bei solch einer langjährigen Freundschaft noch gegenseitig überraschen?
Frost: Und wie. Simon schafft das täglich, und Edgar steht dem in nichts nach. Ich hoffe doch, dass die beiden von mir das Gleiche denken. Vielleicht ist das bei uns eine besondere Konstellation: Es funktioniert auch nach Jahren noch.
Plan7: Jetzt buhlt ja Hollywood schon um Edgar Wright. Bedeutet das, dass das Triumvirat zerbricht, oder bekommen die Amis ihn nicht ohne die anderen?
Frost: So würde das nicht laufen, schließlich ist das ein knallhartes Geschäft, in dem solche Werte kaum zählen. Das würden wir auch nie erwarten. Aber so, wie ich Edgar kenne, geht der bestimmt nicht nach Hollywood, um dort als Regisseur seinen Kopf für einen zweitklassigen Action-Streifen hinzuhalten. Damit sind vor ihm schon andere auf die Nase gefallen. Es ist auch nicht der Sinn einer Freundschaft, unbedingt alles zusammen machen zu müssen. Simon und ich schreiben gerade an einem Drehbuch, und Edgar wird nicht die Regie übernehmen. Als Produzent ist er aber wieder mit an Bord. Wir werden wir uns gegenseitig nicht los.
Plan7: Ihr Bart sprießt ziemlich mächtig. Ist das für eine neue Rolle?
Frost: Meine Freundin hasst Bärte, weil die kitzeln. Und jetzt lasse ich ihn wachsen, bis sie sich richtig ärgert. Und dann rasiere ich ihn ab. Das schindet dann richtig Eindruck, wenn ich sage "Baby, das habe ich nur für dich gemacht".